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Neue Erhebung: Professoren sind weiterhin meistens männlich

BONN. Dominieren in den Schulen mittlerweile weibliche Lehrkräfte, sind die Universitäten dagegen von Männern geprägt. Die sogenannte „gläserne Decke“ für Frauen ist in Wissenschaft und Forschung real. Deshalb bestehe großer Handlungsbedarf, fordern die Autoren des Textes zur Chancengleichheit im aktuellen Bericht der gemeinsamen Konferenz von Bund und Ländern (GWK).

Frauen sind auf den anspruchsvollen Ebenen des Wissenschaftssystems weiterhin unterrepräsentiert. Obwohl im Berichtsjahr 2010 an den Hochschulen rund 50 Porzent aller Studienanfänger und rund 48 Prozent aller Studierenden weiblich waren, fast 52 Prozent der Studienabschlüsse und rund 44 Prozent der Promotionen durch Frauen erreicht werden, waren rund 80 Prozent der Professuren von Männern besetzt. Frauen verlassen also nach wie vor überproportional häufig am Ende des Studiums oder nach erfolgter Promotion den wissenschaftlichen Karriereweg.

Studenten, hier im Hörsaal der Universität Frankfurt, sehen meist Männer dozieren  (Foto: Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt)

Studenten, hier im Hörsaal der Universität Frankfurt, sehen meist Männer dozieren (Foto: Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt)

Immer mehr Frauen an den Universitäten

Seit Beginn der ersten Datenerhebungen im Jahr 1992 hat sich der Anteil von Frauen an den Hochschulen bis zum Jahr 2010 aber massiv gesteigert:

  • bei den Erstimmatrikulierten von 43,3 Prozent auf 49,5 Prozent,
  • bei den Studienabschlüssen von 39,6 Prozent auf 51,8 Prozent,
  • bei den Promotionen von 28,9 Prozent auf 44,1 Prozent,
  • bei den Habilitationen von 12,9 Prozent auf 24,9 Prozent und
  • bei den Professuren von 6,5 Prozent auf 19,2 Prozent.

Differenziert man die letztgenannte Gruppe der Professoren nach Besoldungsgruppen, treten deutliche Unterschiede zutage. Je höher die Besoldungsgruppe ist, desto niedriger ist der Anteil der Frauen. 2010 lag der Frauenanteil an den W1-Professuren (Juniorprofessuren) bei 37,8 Prozent, an den C2-Professuren (auf Dauer und auf Zeit) bei 21,1 Prozent, an den C3/W2-Professuren bei 20,1 Prozent und an den C4/W3-Professuren bei 14,6 Prozent.

Zusammenfassend zeigt die aktuelle Datenerhebung, dass es immer noch besonderer Bemühungen in der forschungs- und wissenschaftsorientierten Frauenförderung bedarf. Als Beispiele zu nennen sind etwa die von der DFG 2008 verabschiedeten Gleichstellungsstandards, das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, dessen Fortsetzung ab 2013 die GWK vor Kurzem beschlossen hat und der Beschluss der GWK zur Festlegung flexibler Zielquoten in den Forschungsorganisationen. nin

(18.9.2012)

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