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Vermutlich Keime im Schulessen – Hunderte von Kindern und Lehrern erkrankt

DRESDEN. Ist verdorbenes Schulessen die Ursache? Nach einer Häufung von Magen-Darm-Erkrankungen besteht an Dutzenden Schulen und Kindergärten in Sachsen und Thüringen der Verdacht auf Noroviren. Offenbar wurden die Einrichtungen von einem großen Essenszulieferer versorgt.

Viele Schulen und Kindergärten lassen sich das Essen aus Großküchen liefern. (Foto: Moe/Flickr CC BY 2.0)

Viele Schulen und Kindergärten lassen sich das Essen aus Großküchen liefern. (Foto: Moe/Flickr CC BY 2.0)

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums wurden seit Wochenbeginn mehr als 600 Menschen mit entsprechenden Symptomen gemeldet. Dabei handele es sich um Kinder aus Einrichtungen, die alle vom gleichen, mit Filialen in ganz Deutschland vertretenen Essenszulieferer beliefert werden. «Die Erkrankten leiden vorwiegend unter Erbrechen, teilweise Durchfall», sagte ein Ministeriumssprecher. Zu den betroffenen Regionen in Sachsen gehören Döbeln, Mittweida, Oschatz und Chemnitz.

In Thüringen sind mehr als 340 Kinder sowie 14 Lehrer im Kreis Saalfeld-Rudolstadt an Magen- und Darmbeschwerden erkrankt. Die genaue Ursache sei noch unklar, vermutlich seien Keime im Schulessen schuld, erklärte der Sprecher des Landratsamtes, Peter Lahann. Bei den meisten seien die Beschwerden nur von kurzer Dauer gewesen, drei Betroffene werden im Krankenhaus behandelt.

Offenbar haben alle Erkrankten in Thüringen ebenfalls Mahlzeiten des Essenanbieters zu sich genommen, der 46 Schulen und Kindergärten in der Region beliefere; in 33 davon sei es zu Krankheitsfällen gekommen – auch in den Nachbarkreisen Weimarer Land und Saale-Orla. Die Behörden haben Proben in dem Unternehmen genommen, die nun untersucht werden. Auch wurden Stuhlproben der Betroffenen zur Untersuchung eingeschickt.

Anlass, den Betrieb zu schließen, sehen die Behörden bisher nicht. In der Vergangenheit habe es nie Probleme gegeben, betonte Lahann. Zudem sei vom Veterinäramt vorsorglich eine zusätzliche Reinigung und Desinfektion der Produktionsstätte angeordnet worden. dpa
(27.9.2012)

Zum Bericht: „Schulessen? Nein danke. Viele Jugendliche gehen lieber zum Imbiss“

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