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Brechdurchfall-Welle: Sodexo will die Opfer entschädigen

RÜSSELSHEIM. Nach dem massenhaften Brechdurchfall in Ostdeutschland will der Caterer Sodexo die Erkrankten entschädigen. Das kündigte das Unternehmen mit Sitz in Rüsselsheim an, ohne weitere Details zu nennen. Zuvor hatten die Behörden mitgeteilt, dass wahrscheinlich tiefgefrorene Erdbeeren die Erkrankungswelle in Ostdeutschland mit mehr als 11.000 Betroffenen ausgelöst hat.

Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen Sodexo. Foto: Screenshot

Mit diesem Slogan wirbt das Unternehmen Sodexo. Foto: Screenshot

«Wir sind über diesen Sachverhalt bestürzt. Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien und hoffen, dass es allen Kindern inzwischen wieder gut geht», teilte Sodexo mit. Nach Bekanntwerden der Epidemie vor einer Woche hatte der Caterer die Verantwortung noch vehement zurückgewiesen. Bereits nach Bekanntwerden der ersten Erkrankungen habe es bei firmeninternen Ermittlungen Indizien gegeben, dass Tiefkühl-Erdbeeren als mögliche Ursache in Betracht kommen, heißt es nun in der schriftlichen Mitteilung des Unternehmens. Diese seien daraufhin vorsorglich und unverzüglich in allen Sodexo-Küchen «gesperrt» worden.

«Wir werden alles technisch und organisatorisch Machbare unmittelbar umsetzen, damit das Eintreten eines vergleichbaren Falles in Zukunft möglichst ausgeschlossen werden kann. Wir werden unsere ohnehin strengen Regularien nochmals kritisch überprüfen», heißt es weiter.

Ein Beweis, dass – wie vermutet – eine Erdbeeren-Lieferung aus China ursächlich für die Erkrankungswelle war, steht noch aus. Bislang wurden mehr als 700 verdächtige Erdbeer-Proben auf Keime untersucht. Mit Ergebnissen der komplizierten Analysen sei aber erst in der kommenden Woche zu rechnen, hieß es beim Bundesernährungsministerium. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurden die verdächtigen Erdbeeren nach ihrer Ankunft im Hamburger Hafen über einen Großhändler aus Sachsen in mehrere ostdeutsche Zentralküchen für Schulessen geliefert. In den Einzelhandel sind die Früchte wahrscheinlich nicht gelangt. Alle verdächtigen Lieferungen sind inzwischen gesperrt oder werden zurückgerufen. Fraglich ist noch, ob die gesamte 44-Tonnen-Fracht aus China möglicherweise verunreinigt ist – oder nur einzelne Chargen.

Der Berliner Senat mahnte unterdessen an, beim Schulessen heimische  Saison-Produkte zu verarbeiten. «Erdbeeren Ende September müssen wirklich nicht sein», sagte Verbraucherschutz-Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw der «B.Z. am Sonntag». «Ich bin dafür, dass den Kindern saisonale Produkte serviert werden.» dpa
(6.10.2012)

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