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Interesse an Bio-Essen in Kitas und Schulen wächst

HANNOVER. Bio-Brotboxen, Mittagessen von Produkten aus biologischem Anbau: Die Diskussion über Angebote für Bio-Essen in Kindertagesstätten und Schulen ist angelaufen.

Sieht kaum anders aus als ein herkömmliches Produkt: ein Bio-Burger. Foto: kadluba / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Sieht kaum anders aus als ein herkömmliches Produkt: ein Bio-Burger. Foto: kadluba / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Jeden Morgen steht sie in der Küche und verarbeitet biologische Produkte aus der Region: Stefanie Griessen (35) wurde im vergangenen Jahr mit dem Ideenpreis StartUp-Impuls für Jungunternehmer ausgezeichnet. Ihr Lieferservice «Quatsch mit Soße» versorgt im Stadtgebiet Hannover acht Kindertagesstätten mit gesunden Mahlzeiten. Alle Produkte stammen aus biologischem Anbau. «Die Resonanz ist sehr positiv. Viele Eltern setzen sich für biologisches Essen an Kindertagesstätten ein», erklärt die studierte Ernährungswissenschaftlerin.

Obwohl sie anstatt der im Großhandel üblichen 2,40 Euro für eine Mahlzeit 3,20 Euro nehmen müsse, sei die Nachfrage da, sagt Griessen. «Ich habe viele Anfragen aus der Region, denen ich aus logistischen Gründen leider nicht nachkommen kann», bedauert sie. In ihrem Betrieb beschäftigt die Jungunternehmerin momentan zwei Fahrer. Kochen tut sie selbst. «Mein Speiseplan wiederholt sich alle sechs Wochen. Die Tendenz geht dahin, einen vegetarischen Speiseplan anzubieten», sagt Griessen, eine überzeugte Vegetarierin.

Auch an den Schulen in Niedersachsen wird über Essen aus biologischem Anbau diskutiert. «Ob gesundes Essen gegessen wird, hängt auch davon ab, wie man damit umgeht», sagt Meinhard Abel vom niedersächsischen Städte- und Gemeindebund. Die Verantwortung für das Essen an Schulen sei in Niedersachsen aber nicht eindeutig geklärt. «Die Mittagessenverpflegung im Rahmen des Ganztagsbetriebs organisieren die Schulen selbst», erklärt Rainer Keunecke, Pressesprecher der Stadt Braunschweig.

Bio-Brotbox: „Wir setzen ein Zeichen“

Erstklässler bekommen jedes Jahr bundesweit von lokalen Initiativen ein gesundes Frühstück zum Schulanfang. «Wir setzen ein Zeichen», sagt Detlef Harting vom Projekt Bio-Brotbox Hannover. In diesem Jahr haben 120 freiwillige Helfer 12 500 Schulanfänger in der Region Hannover damit versorgt.

Das Frühstück werde sehr gut angenommen, sagt Jeanine Tovar. «Wir beliefern mittlerweile 95 Prozent der Grundschulen in der Region Hannover». Auch in anderen Teilen Niedersachsens setzen sich private Initiativen für gesundes Essen an Schulen ein. «Wir wollen einen Pull-Effekt bei den Eltern erzielen», sagt Florian Grewe in Göttingen. Steffen Löwe aus dem Landkreis Uelzen bekräftigt: «Das Projekt wird gut angenommen. Wir beliefern 70 bis 80 Prozent der Schulen. Manche lehnen die Teilnahme aber immer noch ab».

„Bio-Essen ist letztlich nicht teurer“

Harting und Tovar vermuten, dass Bio-Projekte an Schulen oft aus finanziellen Gründen scheitern. «Dabei geht es in erster Linie um die Kosten für das Personal», erklärt Harting. «Man muss den Eltern klar machen, dass biologisches Essen letztendlich nicht teurer ist als nicht-biologisches Essen», ergänzt Tovar.

«Qualität hat ihren Preis», meint Claudia Diekmeier vom Umweltzentrum Hannover. Sie ist Mitarbeiterin der Initiative Veggietag Hannover, die Betriebe in der Region Hannover dabei unterstützt, einmal die Woche vegetarisches Essen anzubieten. Rund zehn Schulen aus der Region Hannover nehmen ebenfalls teil. «Bio-Essen ist keine Pflicht», sagt Diekmeier. Das Thema sei aber nicht mehr negativ besetzt. «Man spürt den Wunsch nach Vielfalt beim Essen. Sowohl in der Schule als auch im Seniorenheim». SARAH SCHÄDLER, dpa

Zum Bericht: „Politiker fordern besseres Schulessen – Özdemir: Bund soll zahlen“

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