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Lehrerverbandschef hält Stopp der Reformen für gefährlich

MÜNCHEN. Im Gegensatz zu Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) lehnt der bayrische Lehrerverbandsvorsitzende Klaus Wenzel einen Stopp der Schulreformen ab. Es müsse weiterhin Bewegung geben.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) lehnt den von Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigten Stopp der Bildungsreformen in Bayern kategorisch ab. «Das ist hochgefährlich», sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. «Wir brauchen ruhige Reformen und nicht Reformruhe. Es besteht die Gefahr, dass auch wichtige und notwendige Reformen auf der Strecke bleiben.»

Wenzel räumte ein, dass nach den vielen Änderungen der vergangenen Jahre Bildungsreformmüdigkeit sowohl in der Bevölkerung als auch in der Lehrerschaft um sich greift. «Seehofer nimmt die Stimmung auf.» Wenzel nannte die Einführung der sechsstufigen Realschule, die Umwandlung der Hauptschulen in Mittelschulen, die Einführung des achtjährigen Gymnasiums samt der kürzlichen Nachbesserung mit Einführung eines freiwilligen neunten Jahrs. Zum Teil sagten auch die Lehrer, dass Ruhe einkehren solle, meinte der BLLV-Präsident dazu.

Doch die hektischen Reformen der Vergangenheit dürften nicht dazu führen, dass ab jetzt gar nichts mehr passiere. Wenzel nahm als Gast am SPD-Landesparteitag in Nürnberg teil. Seehofer hatte am Vortag auf dem CSU-Parteitag in München das Ende der Bildungsreformen verkündet. «Jetzt ist Ruhe an der Bildungsfront angesagt. Wir sollten die Leute mit dem arbeiten lassen, was wir gemacht haben.» dpa

(21.10.2012)

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