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Verbandschef kritisiert: Lehrerberuf wird immer sozialpädagogischer

MÜNCHEN. Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, kritisiert eine „fortschreitende sozialpädagogische Überfrachtung“ des Lehrerberufes. Er fordert eine Rückbesinnung auf die Kernaufgaben.

„Lehrkräfte leisten bereits heute mit großem Engagement eine Vielzahl von Aufgaben, unter anderem müssen sie sich fachlich stets auf dem Laufenden halten. Es geht aber nicht an, dass alle möglichen gesellschaftlichen Probleme und so manche Mängel der häuslichen Erziehung der Schule und der Lehrerschaft aufgehalst werden. Eine solche Überforderung der Schulen schmälert deren originären Auftrag, nämlich den Bildungs- und Qualifizierungsauftrag“, sagte Kraus.

Diese ständige Überforderung trage nicht dazu bei, den Lehrerberuf beim Nachwuchs beliebt zu machen. Kraus: „Um junge Leute für den faszinierenden Beruf des Lehrers zu begeistern, muss sich der Umgang von Politik und Öffentlichkeit mit diesem Beruf ändern. Lehrer brauchen die volle Anerkennung für ihre anspruchsvolle und immer schwieriger werdende Arbeit.“

Bereits heute, so Kraus, bestehe ein Mangel an Lehrern in bestimmten Fächern, vor allem in Mathematik und Informatik, in den Naturwissenschaften sowie in Fächern der beruflichen Schulen wie Elektrotechnik, Metalltechnik und Wirtschaft. Um mit dem freien Arbeitsmarkt um die Studierenden dieser Fachrichtungen konkurrieren zu können, bedürfe es attraktiver Verdienst- und Karrieremöglichkeiten für Lehrer. bibo
(7.10.2012)

Zum Bericht: „Studie Lehrerberuf: hohes Ansehen, aber geringe Anziehungskraft“

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