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Weniger Kleinkinder wachsen in Armut auf, weil immer mehr Mütter arbeiten

GÜTERSLOH. In Deutschland wachsen nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung weniger Kleinkinder in Armut auf. Die Armutsquote der unter Dreijährigen fiel 2011 im Vergleich zu 2010 von 19,8 auf 18,2 Prozent. Am geringsten ist das Risiko wie schon 2008 in Bayern (8,7 Prozent), am höchsten in den Stadtstaaten Berlin (34,3) und Bremen (33,6).

Stark aufgeholt haben die ostdeutschen Flächenländer, heißt es in der Analyse. Dennoch ist dort das Armutsrisiko noch durchweg höher als in westlichen Flächenstaaten. Als arm gelten Kinder in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Damit setze sich ein Trend fort, der seit 2008 zu beobachten sei, als noch 21,2 Prozent der unter Dreijährigen in Familien aufwuchsen, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren, heißt es in der Studie. Die absolute Zahl der betroffenen Kinder sank in diesem Zeitraum von 435 000 auf 367 000.

Ebenfalls verringert hat sich das Ost-West-Gefälle. Seit 2008 hat sich im Osten die Kinderarmutsquote bei unter Dreijährigen von 33,4 auf 25,5 Prozent reduziert. Im Westen verbesserte sie sich von 18 auf 15,8 Prozent. Die bundesweit geringsten Fortschritte machte Nordrhein-Westfalen, die größten Thüringen. Der Abstand zwischen den Quoten dieser beiden Länder beträgt nur noch 1,1 Prozentpunkte.

Als einen Hauptgrund für die bundesweite Verringerung sieht Anette Stein von der Bertelsmann-Stiftung die Tatsache, dass immer mehr Mütter von Kleinkindern arbeiten. «Darum ist auch eine gute Versorgung mit Kita-Plätzen so wichtig.» Unterm Strich gebe es aber immer noch Handlungsbedarf, vor allem in den Kommunen. So wächst in München nur jedes zehnte Kind unter drei Jahren in Familien mit Grundsicherung auf, in Berlin dagegen mehr als jedes dritte Kind (34,3 Prozent). Bundesweites Schlusslicht der Städte ist Gelsenkirchen (40,5 Prozent). dpa
(21.10.2012)

Zum Bericht: „Studie zur Kinderarmut: Der Teufelskreis lässt sich sprengen“

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