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Die frühe Selektion macht zuviel Druck!

MAINZ.  Ein Kommentar zu „Häufigste Stressfaktoren für Kinder sind ‚Schule‘ und ‚Streit'“

Die aktuelle Studie des Kinderschutzbundes ist leider nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein, die den enormen Schulstress nachweist, unter dem bereits Grundschulkinder heute stehen. Vor allem, wenn es um den Übergang zur weiterführenden Schule geht, nimmt der Druck zu, in Bundesländern mit bindender Schulempfehlung noch stärker als in Ländern, in denen der Elternwille zählt. Das ist bitter für die Kinder. Aber auch den meisten Eltern wird es kaum Spaß machen, ihren Nachwuchs derart anzutreiben. Denn Schule bedeutet heute nicht nur Stress für die Kinder, sondern auch für die Eltern. Unter ihnen sind sicherlich einige, die es mit dem Ehrgeiz übertreiben. Aber grundsätzlich ist es verständlich, wenn sich Eltern für ihre Kinder einen möglichst guten Schulabschluss wünschen – vor allem, wenn Gesellschaft und Politik das Abitur mit anschließendem Studium als allein selig machendes Ziel propagieren. Das Ansehen von gut ausgebildeten Handwerkern oder von Dienstleistungsberufen ist erschreckend niedrig. Dass gerade die Berliner Kinder mit sechsjähriger Grundschule die einzigen sind, bei denen Stress durch die Schule nicht an erster Stelle steht, sollte zu denken geben. Dies legt nahe, dass eine spätere Entscheidung für eine weiterführende Schule den oft unnötigen Druck mindern kann. Es ist deshalb höchste Zeit, das sture deutsche Festhalten an der frühen Selektion der Kinder aufzugeben. Denn eine spätere Entscheidung und weniger Druck bedeuten ja nicht, dass weniger oder schlechter gelernt wird. Im Gegenteil: Wer ohne Stress und Angst lernt und sich entwickeln kann, erzielt in der Regel die besseren Ergebnisse. (ots/ „Allgemeine Zeitung Mainz“)

(21.11.2012)

2 Kommentare

  1. Berliner Schulkinder haben am wenigsten Stress und folglich gilt:“ Wer ohne Stress und Angst lernt und sich entwickeln kann, erzielt in der Regel die besseren Ergebnisse.“
    Und wo stehen die Berliner in der Regel in den überregionalen Tests?
    Ein Schelm, wer Böses denkt!

  2. Die Berliner Kinder haben IM VERGLEICH MIT ANDEREN FAKTOREN weniger Stress mit der Schule. Es ist eine relative Aussage. Kann sein, in der Schule ist es stressfreier als anderswo. Kann aber auch sein, andere Dinge erzeugen mehr Stress als anderswo. Nun hört und liest man ja über die Zustände in der Berliner Gesellschaft so einiges, nicht nur nachts am Alexanderplatz kann da leicht Stress entstehen.

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