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Niedersachsens Gymnasiallehrer fühlen sich benachteiligt

GOSLAR. Fehlende Aufstiegschancen und eine anhaltende finanzielle Benachteiligung, darüber beklagen sich die Niedersächsischen Gymnasiallehrer.

«Durch die geringen Einkommenerhöhungen in den vergangenen Jahren wurde noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen», sagte der Geschäftsführer des Philologenverbandes, Roland Neßler, der Nachrichtenagentur dpa. Zudem gebe es immer weniger Beförderungsstellen. «Beim Philologentag 2012 am Mittwoch und Donnerstag werden diese Punkte eine wichtige Rolle spielen.» Zu der Tagung in Goslar wird auch Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) erwartet.

«Wir haben keinen Anteil mehr am Zuwachs des Bruttosozialproduktes», beklagte Neßler. «Der entscheidende Einschnitt war vor mehreren Jahren die hundertprozentige Kürzung des Weihnachtsgeldes, die nach wie vor für die allermeisten Besoldungsgruppen der Beamten gilt.» Der Philologenverband wende sich mit Nachdruck gegen diese anhaltende Schlechterstellung. Die Lehrer seien im Vergleich zu anderen Hochschulabsolventen in den vergangenen Jahren von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgehängt worden.

Gymnasiallehrer in der Gehaltsstufe A 13 (Studienrat) erhalten – je nach Dienstalter – ein monatliches Grundgehalt zwischen 3237,69 bis 4392,14 Euro. Bei den Oberstudienräten (A 14) liegt das Grundgehalt zwischen 3368,11 und 4865,15 Euro.

Für die Motivation vieler Gymnasiallehrer sei es wenig förderlich, dass der Anteil der Beförderungsstellen «signifikant zurückgegangen» sei, beklagte Neßler. «Vor Jahren hatten zwei Drittel aller Gymnasiallehrer die Chance, befördert zu werden.» Heute sei es nur noch rund ein Drittel. «Viele fragen sich: Wird Leistung überhaupt noch anerkannt?»

Es sei ein echtes Problem, dass ein Großteil der Gymnasiallehrer mit dem Eingangsamt A 13 in Pension gehe, sagte der Philologen-Geschäftsführer. «Und dieses Problem der mangelnden Perspektive im Beruf wird weiter wachsen, wenn die Landesregierung die Leistungsanerkennung weiter verweigert.»

Der Philologenverband als Interessenvertretung werde für Lehrer im übrigen immer attraktiver, sagte Neßler. Die Mitgliederzahl sei inzwischen auf rund 7000 geklettert. «Alleine in diesem Jahr gab es fast 500 Neuanmeldungen.» Damit vertrete der Verband rund die Hälfte der etwa 14 000 Gymnasiallehrer des Landes. dpa

(26.11.2012)

2 Kommentare

  1. Ich bin der Meinung, (normalerweise !) verdienen Lehrer gut. Was ist an einem Gehalt von ca. 3200,- bis 4300,- auszusetzen. Das reicht doch wohl zum Leben. Wichtiger finde ich (selbst Lehrer), dass mal was an den Arbeitsbedingungen verbessert wird: kleinere Klassen, sehr viel weniger Bürokratie, weniger Einmischung von außen … Es ist wie in der deutschen “Kinderpolitik”: Einfach nur mehr Geld ausschütten, bringt auch nicht mehr Kinder, wie die sozialpolitischen Maßnahmen der letzten Jahrzehnte zeigen.

  2. Im internationalen Vergleich gehören deutsche GymnasiallehrerInnen – es mag regionale Ausnahmen geben – zu den Spitzenverdienern. Mit zwei Vollzeitstellen könnten sie sich jeden Monat einen Kleinwagen leisten.
    In den 50er Jahren musste eine Lehrkraft (verh. mit Kindern) in der damaligen Volkschule mit 300 DM zufrieden sein. Arbeitsbedingungen in einer Einklassigen Volksschule: Eine Lehrkraft unterrichtete GLEICHZEITIG alle 8 Klassen. Aus heutiger Sicht kann sich das kaum noch jemand vorstellen. Da der Lehrerberuf in den Anfangsjahren der Bundesrepublik finanziell so unattraktiv war und infolgedessen der Nachwuchs ausblieb, wurde ja dann finanziell stark nachgebessert.

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