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Sachsen-Anhalt: Mehr Spanisch und Italienisch als zweite Fremdsprache

MAGDEBURG/HALLE. Das Angebot an Fremdsprachen wird für die Schüler in Sachsen-Anhalt breiter, entsprechend häufiger wählen die Schüler Spanisch oder Italienisch als zweite Fremdsprache. 

Einer Erhebung des Statistischen Landesamts nach verdoppelte sich der Anteil von Latein im Schuljahr 2011/12 im Vergleich zu zehn Jahren davor nahezu. Russisch lernt immerhin jeder vierte Gymnasiast als zweite Fremdsprache. Unangefochtene Nummer eins bei der Wahl der zweiten Fremdsprache ist aber nach wie vor Französisch. 48 Prozent der Gymnasiasten entschieden sich dafür, zehn Jahre zuvor waren es mit 65 Prozent deutlich mehr gewesen. Englisch ist in der Regel die erste Fremdsprache und taucht in der dritten Klasse erstmals regulär im Stundenplan auf.

«Die Schüler möchten ein breites Spektrum haben», sagte der stellvertretende Vorsitzende des Philologenverbands Sachsen-Anhalt, Thomas Gaube, der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe aus seiner Sicht eine höhere Nachfrage nach anderen Fremdsprachen. Das gehe durchaus zulasten von Französisch.

Fünfmal mehr Entscheidungen für Spanisch als vor zehn Jahren

Das zeigt die Statistik: Der Anteil der Schüler, der sich für Spanisch als zweite Fremdsprache entscheidet, hat sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre innerhalb der vergangenen zehn Jahre auf rund fünf Prozent verfünffacht. Für Italienisch entschieden sich landesweit immerhin 146 Schüler und damit 0,6 Prozent derer, die eine zweite Fremdsprache wählen mussten. 2001/02 waren es 0,4 Prozent gewesen. Latein, das viele schon mit Blick auf die Universitätsausbildung lernen, wählte jeder fünfte. Vor zehn Jahren war es nur rund jeder zehnte gewesen. Der Anteil der Russisch-Lerner stieg von rund 22 auf 25 Prozent.

Eine wichtige Hürde für die Fremdsprachenangebote sind die Lehrer: Eine Sprache dürfe nur angeboten werden, wenn es ausreichend Lehrer gebe und die Schule den Unterricht mindestens bis zur zehnten Klasse gewährleisten könne, sagte Gaube. «Dafür brauche ich mindestens zwei ausgebildete Lehrkräfte», sagte Gaube. Er leitet das Giebichenstein-Gymnasium «Thomas Müntzer» in Halle. Dort werde etwa Altgriechisch als dritte Fremdsprache angeboten. Das sei unter anderem für künftige Pharmaziestudenten von Nutzen.

Gaube sieht keinen generellen Mangel an Fremdsprachenlehrern, vielmehr fehlten inzwischen Pädagogen für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer. Das Kultusministerium betonte, dass immer wieder Lehrer für den Fremdsprachenunterricht eingestellt wurden, obwohl es einen geringen Bedarf gegeben habe. Umgekehrt sinke wegen der rückläufigen Schülerzahlen der Bedarf an Fremdsprachenlehrern. dpa

(25.11.2012)

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