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Uni Hildesheim sucht Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche für Training

HILDESHEIM. Forscher der Universität Hildesheim untersuchen zur Zeit, wie gezieltes Training gegen Lese- und/oder Rechtschreibschwäche helfen kann – mit positiven ersten Ergebnissen.
Ortstermin Gelbe Schule, Moritzberg. Beliz Savasci und Sabrina Nipp blicken schräg nach oben. „Unsere Urkunde“, sagen die beiden 9-Jährigen stolz. „Wir haben an der Forschung mitgewirkt.“ Was Wissenschaft für sie bedeutet? „Man will etwas herausfinden und stellt viele Fragen.“ „In der Forschung an der Universität Hildesheim sind wir auf die schulischen Partner und Eltern angewiesen. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der Grundschulen Moritzberg und Himmelsthür“, so das Forscherteam.

Nun startet die zweite Phase des Projekts. Die Forschergruppe der Universität Hildesheim sucht ab sofort 60 Kinder mit Lese- und/oder Rechtschreibschwäche (mit und ohne vorhandene Diagnose). Erst wird der Lernstand des Kindes in Deutsch und Mathematik sowie die allgemeine Denkfähigkeit überprüft um anschließend die Fähigkeiten des Arbeitsgedächtnisses zu untersuchen. Dann folgt das Trainingsprogramm, über sechs Wochen mit drei Terminen pro Woche üben die Kinder am Computer. Dabei helfen sie dem Detektiv Anton bei der Lösung verschiedener Kriminalfälle, die das Arbeitsgedächtnis herausfordern. „Gerade der spielerische Zugang zum Training kam bei den Grundschülern in der ersten Testphase gut an“, sagt Wissenschaftlerin Christina Jörns.

Ein Training des Arbeitsgedächtnisses kann offenbar bei Schreib- und Leseschwierigkeiten helfen. Foto: Randen Pederson/Flickr (CC BY 2.0)

Erste Untersuchungen an 8- bis 10-Jährigen zeigen: Das Training kann zu Leistungssteigerungen führen, insbesondere bei denjenigen Kindern, die zuvor Merkschwierigkeiten hatten.In einer ersten Erhebungsphase wurden Schülerinnern und Schüler der 3. Klassen der Grundschulen Moritzberg und Himmelsthür untersucht. Die Projekleiterinnen Ellen Radtke und Christina Jörns sammelten Daten über die allgemeine Begabung, die Leistungen im Lesen, Schreiben und Rechnen und die Gedächtnisfähigkeit der 8- bis 10-Jährigen.

Derzeit prüfen die Forscher „ob das anschließende sechswöchige Training, drei Stunden pro Woche, zu nachhaltigen Leistungssteigerungen im Arbeitsgedächtnis geführt hat“, sagt Jörns. Die Ergebnisse zeigen: Das Training kann zu Leistungssteigerungen führen, insbesondere bei denjenigen Kindern, die vor dem Training Merkschwierigkeiten hatten.

TEILNEHMER FÜR DIE STUDIE GESUCHT:

Interessierte können sich ab sofort bei der Lehr- und Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) der Universität Hildesheim melden: Telefonische Sprechzeit (wochentags von 13 bis 14 Uhr, 05121-883-495) oder per E-Mail an kim[at]uni-hildesheim.de.

Kontakt zu der Projektleitung über die Pressestelle der Uni Hildesheim:
Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-102.

(20.11.2012)

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