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Tausende Lehrer in Brandenburg protestieren

POTSDAM. Ein Streik ist es zwar noch nicht, aber die Personalversammlungen von rund der Hälfte aller Brandenburger Lehrkräfte zeigten auch schon Wirkung. Die Bildungsministerin rechtfertigt sich, die Opposition verspricht mehr Geld.

Die Proteste tausender Lehrer gegen die Bildungspolitik in Brandenburg haben am Donnerstag zu großen Unterrichtsausfällen geführt. Erstmals gab es zeitgleich in den sechs Regionalschulämtern Personalversammlungen. Nach der dritten Stunde wurde deshalb der Schulunterricht beendet. Etwa 11 000 der rund 21 000 Brandenburger Lehrern hatten angekündigt, sich an den Aktionen zu beteiligen. Betroffene jüngere Schüler wurden im Hort betreut, die anderen konnten früher nach Hause gehen. An etwa 870 Schulen lernen rund 268 000 Schüler.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert bis zu 200 Millionen Euro pro Schuljahr mehr für neue Lehrer und eine größere Vertretungsreserve. Rund 2700 neue Lehrer sollen eingestellt und die Reserve von drei auf acht Prozent erhöht werden.

Das Bildungsministerium bezeichnete das als nicht nachvollziehbar. Die Zahl der unbefristet eingestellten Lehrer habe sich spürbar erhöht. In dieser Legislatur kommen rund 2000 neue Lehrer hinzu. 100 Neueinstellungen kosteten rund 5 Millionen Euro im Jahr, hieß es.

Bildungsministerin Martina Münch (SPD) betonte, nur das Bildungsressort habe im Doppelhaushalt einen Zuschlag bekommen. Mit rund 1,5 Milliarden Euro sei es der größte Posten. Sie plädierte für größere gesellschaftliche Wertschätzung der Arbeit der Lehrer.

GEW-Landeschef Günther Fuchs hatte angekündigt, dass die Gewerkschafter ihre Protest fortsetzten, wenn sich innerhalb der Tarifverhandlungen im März 2013 nichts bewege.

FDP-Fraktionschef Andreas Büttner sieht die Proteste als logische Konsequenz der bisherigen rot-roten Bildungspolitik und forderte ausreichende personelle Ausstattung an Schulen. Die CDU-Fraktion will im Haushalt 70 Millionen Euro mehr für Bildung beantragen, kündigte der bildungspolitische Sprecher Gordon Hoffmann an. Das Geld solle auch für mehr Wochenstunden für Grundschüler genutzt werden. dpa

(22.11.2012)

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