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Fernsehtipp: Kritiker streiten darüber, was Weltliteratur ist

BADEN-BADEN. Werke der Weltliteratur, das, was übrigbleibt, was besteht, überdauert. Welches Buch gehört unbedingt dazu, welches ist überschätzt? Und werden sie überhaupt noch gelesen, die Klassiker? In der Sendung „Literatur im Foyer“ diskutieren darüber die FAZ-Literaturchefin Felicitas von Lovenberg, die Schriftstellerin und Moderatorin Thea Dorn, der Literaturkritiker Ijoma Mangold und der Journalist Denis Scheck. Das SWR-Fernsehen zeigt die Runde am kommenden Donnerstag, 13. Dezember, um 23.45 Uhr, der Sender 3Sat am kommenden Sonntag 16.12. um 10.15 Uhr.

Illustration von Charles Léandre für das Buch "Madame Bovary". Foto: Wikimedia Commons

Illustration von Charles Léandre für das Buch „Madame Bovary“. Foto: Wikimedia Commons

Zur Besprechung vorgesehen: Gustave Flaubert, „Madame Bovary“, übersetzt von Elisabeth Edl. „Sitten in der Provinz“ lautet der Untertitel und meint eigentlich Unsitten. Emma Bovary ist eine unzufriedene Frau, ihre Träume sind größer als ihr langweiliges Leben, das macht sie anfällig für Verführungen. Der Roman Flauberts löste bei seinem Erscheinen 1857 einen Skandal aus.

Michail Bulgakow, „Der Meister und Margarita“, übersetzt von Alexander Nitzberg. Zwölf Jahre schrieb Bulgakow an seinem Opus Magnum, am Anfang von der literarischen Elite der Sowjetunion noch gelitten, aber dann in Misskredit geraten. Bis kurz vor seinem Tod 1940 diktiert er seiner Frau die letzten Korrekturen. Sein Roman, eine schwindelerregende Geschichte um falsche Propheten, Erlöserfiguren, den Teufel, Hexen, Dämonen, Faustische Pakte. Es geht um die Frage: Gibt es hienieden eine Erlösung? Und wenn ja, durch wen? Religion, Politik?

William Faulkner, „Als ich im Sterben lag“, übersetzt von Maria Carlsson. Faulkner ist einer der größten amerikanischen Schriftsteller, sein Werk prägt bis heute unzählige literarische Bewunderer von Garcia Marquez oder Lobo Antunes, er erhielt 1949 der Literaturnobelpreis, aber trotzdem hat sein einstiger Verleger Daniel Keel von ihm weniger Bücher verkauft als von jedem anderen Autor. „Als ich im Sterben lag“ erzählt eine düstere Familiengeschichte aus dem Süden der USA, Addie hat ihrem Mann kurz vor ihrem Tod das Versprechen abgenommen, im 40 Meilen entfernten Jefferson beerdigt zu werden. Der Leichenzug verwandelt sich in eine vielstimme Odyssee ohne Götter und Gott.

„101 Nacht“, übersetzt von Claudia Ott. 101 Nacht? Waren es nicht über 1000 Nächte, in denen die jungfräuliche Scheherazade um ihr Leben erzählte. Es gibt eine „kleine Schwester“ der erlösenden Reigengeschichten: Die Arabistin Claudia Ott hat 2010 im Museum einen sensationellen Fund gemacht, eine Handschrift aus dem Jahr 1234 mit 24 Erzählungen. Sie sind nicht etwa Fortschreibungen der 1001 Nächte, sondern bilden ein eigenständiges Werk. Es stammt aus Andalusien, entstanden ist es wohl in der Blütezeit der islamischen Herrschaft in Spanien. SWR

(9.12.2012)

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