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Köln beschließt Parkgebühren für Lehrer

KÖLN (Mit Kommentar). Die Stadt Köln bittet Lehrer für Parkplätze auf dem Schulgelände zur Kasse. Der Rat der viertgrößten deutschen Stadt beschloss zunächst einen Testlauf im Bezirk Porz, anschließend sollen die anderen Stadtteile folgen.

Stadt Köln bittet Lehrer für Parkplätze auf dem Schulgelände bald zur Kasse; Foto: Harry Hautumm / pixelio.de (1)

Stadt Köln bittet Lehrer für Parkplätze auf dem Schulgelände bald zur Kasse; Foto: Harry Hautumm / pixelio.de (1)

Die hochverschuldete Domstadt erhofft sich davon Mehreinnahmen in Höhe von einer Million Euro jährlich. Die Preise sollen gestaffelt sein und maximal 50 Euro im Monat für einen überdachten Platz betragen, wie Stadtsprecher Gregor Timmer erläuterte.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat den Kölner Vorstoß als «nicht akzeptabel» kritisiert. Sein Hauptargument: Lehrer müssten täglich ihre Arbeitsmaterialien wie zum Beispiel Bücher und Klassenarbeiten von zuhause zur Schule schleppen, weil sie im Schulgebäude keinen separaten Arbeitsbereich wie etwa einen eigenen Schreibtisch hätten – sie ziehen ja meist von Klasse zu Klasse. Deshalb könnten sie nicht einfach auf Bus und Bahn umsteigen.

Stadtsprecherin Inge Schürmann sagte dazu, der Transport von Büchern sei kein gutes Argument. Bei Geschäftsreisenden oder Messebesuchern seien Trolleys inzwischen gang und gäbe, zumal auch Schüler jede Menge zu schleppen hätten und damit zurechtkommen müssten. Außerdem seien die Kölner Schulen alle hervorragend mit Bus und Bahn zu erreichen. Zusätzlich werde die Stadt beim Land erneut Jobtickets für Lehrer anregen.

Die Stadt verweist im übrigen darauf, dass städtische Mitarbeiter schon lange 50 Euro im Monat für einen Parkplatz zahlen müssten. Es gebe keinen Grund für eine Sonderbehandlung der Lehrer, auch wenn sie Landesbeamte seien.

Unter den größeren Städten ist bisher nur von Stuttgart und Bremen bekannt, dass die Lehrer dort fürs Parken an einigen Schulen zahlen. In Duisburg gibt es Pläne. In Stuttgart zahlen die Lehrer schon seit rund 20 Jahren. 60 Euro im Monat muss ein Lehrer dort für einen überdachten Parkplatz in der Innenstadt berappen, 50 Euro für einen nicht überdachten. dpa

(28.6.2012)

Zum Bericht: Parkplatzgebühr für Lehrer erregt Gemüter – Interesse bei Kommunen

Zum Bericht: “Nach Kölner Vorstoß: Städte denken über Parkgebühren für Lehrer nach”

Zum Bericht: “Zur Kasse, bitte. Die Stadt Köln will von Lehrern Geld fürs Parken”

Zum Kommentar: Parkplatzgebühr für Lehrer? Abzocke!

3 Kommentare

  1. Franz Josef Neffe

    So einfach sollt Ihr mir nicht davonkommen! – Die unausgesprochenen Unterrichtsgrundsätze schlagen auf die Schule zurück. Nun werden die Lehrer unterrichtet, dass es sie erwischt hat. Und man macht es ja – genau wie der Lehrer früher – nur für einen guten Zweck! Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es interessant, wie man da zu ganz neuer Reflexion von Unterricht angeregt wird. Unterricht ist ja – was uns noch gar nicht aufgefallen ist – etwas völlig anderes als Schule.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

  2. Was sich die Kölner Lehrer, doch sicher fast alle verbeamtet und in der richtigen Gehaltstufe, nicht so alles gefallen lassen müssen. Ich habe als Referendarin schon 1992-94 in Aue ( Sachsen) Parkgebühren bezahlen müssen. Auch jetzt, da ich an einem Beruflichen Schulzentrum arbeite, muss ich, wenn ich einen festen Parkplatz haben will, an den Liegenschaftdienst der Stadt bezahlen (ca.12€ / Monat, nicht überdacht). Dabei bin ich nicht verbeamtet und auch immer noch in einer zweifelhaften Eingruppierung. Hat der VBE keine anderen Sorgen als sich um Parkplatzgebühren zu kümmern??? Übrigens setzen sich bei uns auch die Trolleys langsam durch. Grüße K. Eisenreich

  3. In Bonn will der Stadtrat auch entsprechend voranschreiten, auch wenn die Verwaltung vor zu hohen Installationskosten (Schranken, etc.)warnt. Das Argument hier ist die Gleichberechtigung mit den städtischen Mitarbeitern, die, je nach Amt, auch Parkgebühren zahlen müssen.
    Mich stört allein, dass wir im Verkehrsverbund nicht „gleichberechtigte“ Jobtickets erhalten können. Die nämlich erhalten die städtischen Mitarbeiter in Bonn sehr günstig!

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