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US-Zeitung schaltet Werbung eines Waffenladens neben Artikel über Amoklauf

PANAMA CITY. Neben einem Artikel über den Amoklauf an einer Grundschule hat eine US-amerikanische Zeitung eine großformatige Anzeige für einen Waffenladen platziert. Unter den angepriesenen Artikeln: eine Waffe, die der Täter dabei hatte.

Viele US-Bürger besitzen eine Schusswaffe, vollkommen legal erworben in einem Waffenladen. Foto: PÃ¥l Joakim Olsen/Flickr

Viele US-Bürger besitzen eine Schusswaffe, vollkommen legal erworben in einem Waffenladen. Foto: PÃ¥l Joakim Olsen/Flickr (CC BY 2.0)

Es ist ein „nur noch wenige Tage bis Weihnachten“-Sonderverkauf – der Werbetext lädt freundlich ein, jetzt teilzunehmen, „um eine Schusswaffe zu gewinnen“. Damit will ein Waffengeschäft in South Carolina in er Printversion des „Herald“ auf seine Produkte als „Jede Menge Geschenkideen“ aufmerksam machen. Das ist in dieser Gegend der USA nicht ungewöhnlich. Wenige Tage nach dem dramatischen Amoklauf wurde die Anzeige allerdings ausgerechnet neben einem Artikel über das Massaker an der Grundschule in Conneticut abgedruckt.

Ein Sturm der Entrüstung brach in Folge dieser Publikation über dem „Herald“ zusammen. Laut der „Huffington Post“ vom Samstag zeigt die Anzeige auch eine Waffe, die der Täter bei seinem Amoklauf mit sich führte.

Die Zeitung entschuldigt sich

Noch am Tag der Erscheinung der Anzeige veröffentlichte der „Herald“ auf seiner Internetseite ein Entschuldigungsschreiben der Redaktion. Darin der Hinweis darauf, dass die Platzierung der Anzeige nicht beabsichtigt gewesen sei, die Position der Anzeigen stünden bereits fest, bevor die Seite mit Inhalt gefüllt werde. Dennoch räumte die Redaktion ein, dass die zahlreichen Redakteure den Fehler entdecken hätten müssen. „Wir haben alle einen furchtbaren Fehler begangen und dafür möchte ich mich entschuldigen“, heißt es in dem Schreiben.

Auch der Waffenladen, der die Werbung geschaltet hatte, veröffentlichte über Facebook eine Stellungnahme. Auch hier hieß es, die Anzeige sei bereits frühzeitig – noch vor dem Unglück – geplant gewesen, man habe keinen Einfluss darauf gehabt, an welcher Stelle die Werbung erscheine.

27 Tote bei Amoklauf an US-Grundschule

(18.12.2012)

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