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Von Bremen nach Bagalore: Schüler in Sachen Umweltschutz unterwegs

BAGALORE. Bremer Schüler machen mit bei der internationalen Umweltjugendkonferenz, die nun im indischen Bagalore tagte. Das Projekt wurde von der Unesco als „Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

Die Jugendlichen aus Deutschland, Tschechien und Indien lernen voneinander und miteinander. Foto: Uni Bremen

Die Jugendlichen aus Deutschland, Tschechien und Indien lernen voneinander und miteinander. Foto: Uni Bremen

In Bremen untersuchen Schüler, wie verschlechterte Böden rekultiviert werden können. In Bangalore sammeln Jugendliche Daten über die Wasserqualität des Varthursees, um auf das Problem der ungefilterten Abwassereinspeisung aufmerksam zu machen. Schüler aus Prag überprüfen die Auswirkungen von Chemie auf die Umwelt. Und in Dehli beschäftigen sich Jugendliche mit dem Aussterben von Schmetterlingsarten in der Stadt. Das Besondere: All diese Jugendlichen arbeiten zeitgleich. Sie alle machen mit bei dem Projekt „Greening with Goethe“, an dem weltweit über 40 Schulen beteiligt sind.

Die Initiative wurde vor zwei Jahren vom Goethe-Institut gemeinsam mit der Universität Bremen entwickelt. Nun fand jetzt die zweite Konferenz in Bangalore statt, bei der die Jugendlichen ihre Projekte und erste Ergebnisse vorstellten. Der große Erfolg von „Greening with Goethe“ wurde kürzlich von der Unesco mit der Auszeichnung „Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gewürdigt.

Verantwortung für das Leben im Stadtteil

Die Idee hinter dem Greening-Projekt ist so einfach wie originell: Schüler indischer deutscher, tschechischer und sri-lankischer Schulen übernehmen eine wissenschaftlich begleitete Patenschaft für ein bestimmtes Gebiet ihrer Stadt. Mit Hilfe Bremer und indischer Wissenschaftler erforschen sie den Umweltzustand in ihrem Areal und übernehmen damit zum ersten Mal bewusst Verantwortung für das Leben in ihrem Stadtteil.

Rund 150 Schüler hatten jetzt die Möglichkeit, in Workshops ihre Projekte zu präsentieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam mit Experten der Universität Bremen und des Indian Institute of Science weitere Vorgehensweisen zu diskutieren. In den zweijährigen Projekten sind neue Kinder des darauffolgenden Jahrgangs hinzugekommen und haben gemeinsam mit den „Älteren“ daran weitergearbeitet. In Bremen sind die Projekte Teil der Abiturprüfung.

Die Konferenz ist der Knotenpunkt, an dem alles zusammenläuft. Die Wissenschaftler kommen erst während der Konferenz hinzu, um den Schülern zu helfen, gemeinsame Strategien und Maßnahmen zu entwerfen. Im Anschluss geht es wieder in die eigenen Projekte und damit in die eigene Verantwortung – mit Unterstützung der jeweiligen Schulen.

„‘Greening with Goethe‘ zeugt davon, wie sehr sich Jugendliche weltweit für den Umweltschutz begeistern können – vor allem wenn sie hautnah erfahren und verstehen lernen, dass davon ihr eigenes Leben in Gegenwart und Zukunft berührt wird“, sagt Anne Renate Schönhagen, stellvertretende Leiterin des Goethe Instituts Bangalore. „Umweltschutz muss immer global betrachtet werden. Die Konferenz ist für die Jugendlichen eine außergewöhnliche Chance zu sehen, wie andere Kontinente mit ihren Problemen umgehen. Besser kann man Jugendliche nicht auf künftige Probleme vorbereiten”. idw
(7.12.2012)

Hier geht es zu einem Papier des Goethe-Instituts “Bildung für nachhaltige Entwicklung”.

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