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Weltaidstag: Therapien gegen AIDS wirken immer besser

ZÜRICH. Die gute Nachricht zum weltweiten AIDS-Tag am 1.Dezember ist: Die Kombinationstherapien gegen AIDS funktionieren immer besser. Die schlechte Nachricht ist: Die Verbreitung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten wie Hepatitis C hat dagegen zugenommen, meldet das Universitätsspital Zürich.

Etwa 34 Millionen Menschen sind weltweit HIV-infiziert. Das entspricht etwa der Gesamtbevölkerung von Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gemeinsam. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, sind zurzeit rund 78 000 Menschen in Deutschland infiziert, darunter 63 000 Männer, 15 000 Frauen und rund 200 Kinder. Geschätzte 3400 Personen haben sich im Jahr 2012 in Deutschland neu infiziert. Rund 550 sind an der Krankheit im Jahr 2012 gestorben.

Ein Kampf gegen die Zeit: Das HIV-Virus verändert sich rasant. (Foto: LosAlamos National Laboratory/Wikimedia)

Ein Kampf gegen die Zeit: Das HIV-Virus verändert sich rasant. (Foto: LosAlamos National Laboratory/Wikimedia)

Medikamentencocktail wirkt gegen Resistenzen

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es Medikamente gegen den AIDS-Erreger HIV. Die Therapie hat sich stetig weiterentwickelt,  heute wird standardmässig eine Kombination von antiretroviralen Substanzen verabreicht. Dahinter steckt die Idee, dass es den sich ständig verändernden Viren viel schwerer fällt, gleichzeitig Resistenzen gegen drei oder noch mehr verschiedene Medikamente zu entwickeln.

Huldrych Günthard vom Universitätsspital Zürich und sein Team konnten zeigen, dass die neuen Kombinationstherapien den Spielraum der Viren noch mehr einschränken als die Therapien, die kurz nach der Jahrtausendwende zum Einsatz kamen. Gegen die damalige Therapie bildeten sich während 100 Patientenjahren (also im Zeitraum von einem Jahr bei 100 Patienten, von zwei Jahren bei 50 Patienten) im Durchschnitt 2.6 Mal resistente Viren – gegen die neueren Behandlungen aber nur 1.5 bis 1.9 Mal. Diese Verbesserung führen die Forschenden darauf zurück, dass die neuen Kombinationstherapien nicht nur wirksamer, sondern auch besser verträglich sind und deshalb regelmässiger eingenommen werden.

Parallel dazu stellen sie aber einen Anstieg der Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten fest. Der nachgewiesene kontinuierliche Fortschritt in der Behandlung führe zwar zu einem kleineren Risiko, HIV zu übertragen. Doch vielleicht verführe genau dies einige Personen dazu, sich aufgrund der eingenommenen Medikamente in falscher Sicherheit zu wähnen, vermuten die Forscher. So verbreite sich Hepatitis C unter homosexuellen HIV-Patienten in den letzten Jahren rasant.Während die Infektionsrate bei Heterosexuellen konstant tief geblieben ist, und sich während 100 Patientenjahren im Schnitt nur 0.4 Personen mit Hepatitis C anstecken, ist die Infektionsrate bei Homosexuellen dramatisch gestiegen. Während 100 Patientenjahren stecken sich im Schnitt 4.1 Personen an. Das ist im Vergleich zu den Werten von 1998 ein 18-facher Anstieg. Der Rat der Wissenschaftler bleibt deshalb weiterhin: Kondome benutzen. nin

(1.12.2012)

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