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Wissenschaftler: Computer sind im Unterricht ein Muss

KARLSRUHE. Computer in der Schule? Wenn es nach dem Informatikprofessor Peter Henning geht, stellt sich diese Frage gar nicht mehr. Seiner Meinung nach geht es bei einer möglichen Entscheidungsfindung längst nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Dabei tun sich jedoch jede Menge neuer Fragen auf. Etwa, wie man mit Informationen aus dem Internet kritisch umgeht.

 

Computerspiele fesseln Kinder - und können so durchaus auch die Lernmotivation steigern. Foto: pcgn7 / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Der Computer kann ein effektives Lernmittel sein  – wenn man gelernt hat, ihn entsprechend zu nutzen. Foto: pcgn7/Flickr (CC BY-NC 2.0)

Der Computer muss nach Ansicht des Karlsruher Informatikprofessors Peter Henning viel stärker im Schulunterricht genutzt werden als bisher. «Der Umgang mit dem Computer ist eine Kulturfähigkeit, die jedem zugänglich gemacht werden muss», sagte der Mitorganisator der Bildungsmesse Learntec, die in den nächsten Tagen in Karlsruhe eröffnet wird. «Wir können noch diskutieren, wie wir den Computer einsetzen; dass wir ihn einsetzen müssen, steht außer Frage.»

Computer ist nötig, um die wachsende Wissensmenge zu bewältigen

Die täglich rasant anwachsende Wissensmenge lasse sich ohne Computer nicht mehr bewältigen. Dieses Wissen werde auch nicht mehr in Bibliotheken, sondern im Internet gesammelt, sagte Henning. Wer nach Lösungen suche, werde dort fündig oder auf Plattformen, auf denen Experten angefragt werden könnten. Schon jetzt habe der Computer das Lernen entscheidend verändert. «Die Jugendlichen graben nicht mehr wie früher in die Tiefe, sondern gehen schnell in die Breite. Das ist ein anderer Weg, aber er führt auch zum Ziel.»

Gefordert sind für den Wissenschaftler nicht nur die Schüler. Lehrer und auch Eltern müssten lernen, wie sie den Kindern und Jugendlichen den Umgang mit dem Computer näherbringen könnten. «Das geht kaum mit herkömmlichen Lehrmethoden. Die Kinder müssen auch die Möglichkeit bekommen, mit dem Computer zu experimentieren.» Allerdings biete die Technik auch jede Menge Ablenkung, sagte Henning. «Deshalb sollten Eltern ihren Kindern – wenn nötig – den Computer entziehen, um Exzesse bei der Nutzung zu vermeiden.»

Der digitale Graben zwischen den Generationen ist größer geworden

Wichtige Voraussetzung sei, dass Lehrer und Eltern wissen, wie die Jugendlichen die neuen Medien nutzen. «Lehrer haben lange Zeit gehofft, dass sich der digitale Graben zwischen den Generationen verkleinert. Aber das Gegenteil ist eingetreten: Er ist größer geworden.» Jugendliche lebten zum Teil inzwischen in ihrem eigenen digitalen Universum.

Als Manko nannte Henning, dass in der Schule kaum Medienkritik gelehrt werde. «Das müsste in die Lehrpläne hineingeschrieben werden.» Schüler glaubten häufig unkritisch die Informationen aus dem Internet. Die Wissensvermittlung per Computer sei aber nur dann sinnvoll, wenn die Schüler die Informationen nach Relevanz bewerten könnten. Ansonsten drohten sie in der Informationsflut unterzugehen. Ingo Senft-Werner

(27.01.2013)

Ein Kommentar

  1. Zum Glück erwähnen Sie, dass Herr Prof. Henning „Mitorganisator der Bildungsmesse Learntec“ ist. Er macht Werbung für sein Produkt, das sei ihm unbenommen. Das Gerede von der ständig anwachsenden Wissensmenge ist nicht neu, aber weiterhin irreführend, denn die Menge dessen, was Kinder in der Schule lernen, verringert sich ja seit Jahren. Und die Menge der Info in den weltweiten Datenbanken ist für die Schule irrelevant.

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