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Audritz: „Es darf keine Politik gegen die Gymnasien geben“

HANNOVER. Der niedersächsische Philologenverband sorgt sich nach der Landtagswahl um die Zukunft der Gymnasien im ländlichen Raum.

Die Zukunft von Gymnasien im ländlichen Raum in Niedersachsen ist nach Ansicht des Philologenverbands unter der geplanten neuen rot-grünen Landesregierung gefährdet. Die Pläne von SPD und Grünen sehen vor, dass die Schulträger nicht mehr zwingend ein Gymnasium unterhalten müssen, wenn das Abi auch an einer Gesamtschule gemacht werden kann. Außerdem ist geplant, das Abi an Gesamtschulen nach 13 statt nach 12 Jahren anzubieten. «So kann man natürlich Schülerströme steuern, wenn man anbietet, unter erleichterten Bedingungen das Abi zu bekommen», kritisierte der Landesvorsitzende des Verbandes, Horst Audritz.

Langfristig müssten bei so einer Politik Gymnasien vor allem auf dem Land damit rechnen, schließen zu müssen, weil ihnen die Schüler wegliefen. «Es darf keine Politik gegen die Gymnasien geben. Sie haben am meisten Zulauf und sind bei den Eltern am beliebtesten», sagte Audritz.

Der Philologenverband warnte davor, angesichts sinkender Schülerzahlen bei den Lehrerstellen zu kürzen. «Baden-Württemberg hat vorgemacht, dass trotz eines anders lautenden Wahlversprechen Lehrerstellen abgebaut werden von Grün-Rot. Das darf in Niedersachsen nicht passieren», sagte Audritz. Außerdem forderte er kleinere Klassen als bisher. «Wir sind jetzt bei 30 Schülern pro Klasse angelangt im Gymnasium, das ist immer noch viel zu viel. In Klasse zehn dürfen es immerhin nur noch 26 sein.»

Trotz der vielen Klagen über die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur gebe es keine klare Forderung, die Änderung wieder rückgängig zu machen. «Es gibt gleich viele Befürworter für ein Abi nach 12 wie nach 13 Jahren», sagte Audritz. «Ich würde mich nicht weigern, wenn man mir das Abi nach 13 Jahren wieder gibt. Ich würde aber auch nicht Vorreiter sein wollen, das zu fordern.» Er betonte: «Die wirklich guten Schüler schaffen das problemlos in 12 Jahren und sie gewinnen ein Jahr für Austauschfahrten, Betriebspraktika oder „Work and Travel“.»

Nachdrücklich forderte der Landesvorsitzende des Philologenverbandes aber eine Überarbeitung der Lehrpläne. «Man hat zu wenig Sorgfalt darauf verwendet, die Lehrpläne an die zwölfjährige Schulzeit anzupassen, das ist aber von Fach zu Fach unterschiedlich.» Die Verantwortung dafür sei auf die Schulen verschoben worden. «Da wünschen wir uns klare und präzise Vorgaben von der neuen Landesregierung. Es muss klar definiert werden, was der Pflichtteil ist und wie groß der Kürteil sein soll.» (dpa)

(28.01.2013)

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