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Hochschulen fordern Ausgleich für Studiengebühren

BRAUNSCHWEIG. Wenn im Spätsommer SPD und Grüne die Macht im Bund übernehmen sollten, wollen diese die Studiengebühren deutschlandweit abschaffen. Die Hochschulen rechnen dann mit einem Finanzloch von jährlich 100 Millionen Euro – und wollen dafür einen Ausgleich haben.

Studenten, hier im Hörsaal der Universität Frankfurt, sehen meist Männer dozieren (Foto: Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt)

Studenten im Hörsaal der Universität Frankfurt  (Foto: Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt)

Nur in Bayern und Niedersachsen gibt es noch Studiengebühren. Ihre Abschaffung war ein zentrales Thema des Landtagswahlkampfes von SPD und Grünen. Die niedersächsischen Universitäten befürchten nun, dass es in dem Fall ein Finanzloch von jährlich 100 Millionen Euro gibt. Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz und Präsident der TU Braunschweig, Prof. Jürgen Hesselbach, erläuterte die Forderungen an die Landesregierung.

Prof. Hesselbach, wie soll die Finanzierung der Hochschulen nach dem angekündigten Wegfall der Studiengebühren von der Landesregierung geregelt werden?

Hesselbach: «Wenn die Studienbeiträge abgeschafft werden, muss uns die Landesregierung die Mittel kompensieren. Wir haben mit den Studienbeiträgen wichtige Verbesserungen in der Lehre und Betreuung der Studierenden aufgebaut, die sonst nicht möglich gewesen wären. Wichtig ist, dass uns das Geld, das die Landesregierung uns als Kompensation versprochen hat, in voller Höhe zur Verfügung steht und nicht an anderer Stelle wieder aus dem Budget des Wissenschaftsministeriums genommen wird.»

Was erwarten Sie außer Geld von der Landesregierung, damit die Hochschulen im Wettbewerb mit anderen Hochschulstandorten im In- und Ausland gestärkt werden?

Hesselbach: « Neben einer verlässlichen Grundfinanzierung erwarten wir, dass uns die Landesregierung bei der Schwerpunktsetzung innerhalb der niedersächsischen Hochschullandschaft unterstützt. Wir können nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir die spezifischen Stärken der einzelnen Hochschulstandorte weiter ausbauen. Nur so können wir in Forschung und Lehre auch international sichtbare Leuchttürme schaffen.»

Mischt sich das Land zu sehr in die Angelegenheiten der Hochschulen ein?

Hesselbach: «Eigentlich sind die Hochschulen in Niedersachsen bereits seit den Zeiten des Wissenschaftsministers Thomas Oppermann (SPD) mit weitreichenden Freiheiten ausgestattet. Hier darf es keinen Rückschritt geben. Wir wünschen uns zusätzlich die Möglichkeit, neue Professorinnen und Professoren selbst berufen zu können. Und wir könnten auch noch effizienter mit unseren Mitteln umgehen, wenn wir zum Beispiel unsere Gebäude selbst als Bauherren ohne bürokratische Hürden errichten und sanieren könnten. Das Interview führte Anita Pöhlig

(27.01.2013)

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