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Kritik an der Amtsführung: Professoren wählen Präsidium ab

HANNOVER. Der Eklat ist perfekt. In geheimer Abstimmung wählt der Senat der Hochschule Hannover das komplette Präsidium um Präsidentin Rosemarie Kerkow-Weil ab.

Es ist ein einmaliger Vorgang in der niedersächsischen Unilandschaft: Der Senat der früheren Fachhochschule stimmte mehrheitlich für die Absetzung des vierköpfigen Präsidiums, teilte die Hochschule mit. «Das Ergebnis ist für das Präsidium unerfreulich», hieß es in einer Mitteilung des Führungsgremiums. Die Abwahl sei inhaltlich nicht begründet und für die Hochschule eine Katastrophe.

Eingang der Hochschule Hannover

Das gab es noch nie in Niedersachsen. Steht die Hochschule Hannover nach dem Eklat bald ohne Präsidium da?

Hintergrund ist seit Monaten schwelender Ärger von Dozenten und Professoren über die Amtsführung des Präsidiums. Bei dem Streit geht es auch um die Bezahlung der Mitarbeiter. Die Hochschule hat ihren Sitz unter anderem auf dem Gelände der früheren Weltausstellung Expo 2000. Dort studieren rund 8000 junge Menschen diverse Fächer, vor allem Medien- und Technik sind stark nachgefragt.

Das Hochschul Präsidium ist erst seit rund einem Jahr im Amt. Präsidentin Kerkow-Weil ist Professorin für Pflegewissenschaft und die Frau von Stephan Weil, der an der Spitze der SPD neuer Ministerpräsident in Niedersachsen werden will.

Nun ist als nächstes der Hochschulrat am Zug, ein externes Gremium. Der Rat muss der Abwahl zustimmen. Ein Sprecher des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums in Hannover sagte, das Ministerium dürfe die Vorgänge an der Hochschule weder bewerten noch dürfe es sich einmischen. «Es ist uns nicht bekannt, dass es schon mal die komplette Abwahl eines Präsidiums an einer Hochschule gegeben hat», erläuterte der Ministeriumssprecher. Zu den Details der Abstimmungen war am Freitag nichts zu erfahren, das Votum erfolgte nicht öffentlich. Die Kritiker des Führungsteams um Kerkow-Weil betonen, dass es den Lehrenden in dem Konflikt nicht in erster Linie um die Leistungszulagen bei ihrer Besoldung geht. Vielmehr habe das Präsidium einen autokratischen Führungsstil gehabt, sei häufig rüde mit dem Personal umgegangen und habe zahlreiche unverständliche Entscheidungen getroffen. Abmahnungen, Krankenstand und Fluktuation hätten eine deutliche Sprache gesprochen. (dpa)

(11.01.2013)

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