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Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin will Bildung in den Fokus rücken

SCHWERIN. Für die Kita-Förderung gab die Landesregierung gut 50 Millionen Euro aus. Nun steht Rot-Schwarz eine weit weit höhere Investition in dem Bereich Schule bevor.

Nach den Millionenprogrammen für das «Kinderland» Mecklenburg-Vorpommern soll nach dem Willen von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) nun die Bildung ins Zentrum der Landespolitik rücken. «Wir wollen die Attraktivität des Lehrerberufes erhöhen, damit junge Lehrer bei uns bleiben oder neu zu uns kommen. Pädagogen haben ein Anrecht auf vernünftige Rahmenbedingungen. Oberstes Ziel aber ist die gute Ausbildung der Schülerinnen und Schüler», sagte Sellering.

Insbesondere gelte es, einen fachgerechten Unterricht sicherzustellen und Ausfallstunden auf ein Minimum zu begrenzen. Mehr Geld wird es offenbar aber erst mit dem Doppeletat 2014/2015 geben, für den die Beratungen innerhalb der Regierung laufen.

Erste Vorschläge lägen auf dem Tisch, Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) habe den Gesprächsfaden zu Lehrern und Verbänden aufgenommen. «Es gibt viele interessante Wünsche, aber es wird nicht alles bezahlbar sein. Wir werden intensiv darüber diskutieren, was wir uns von dem Wünschenswerten auch leisten können», erklärte Sellering. Zudem werde er sich dafür einsetzen, dass der Bund ein Ganztagsschulprogramm auflegt. «Alle wissen, dass das gut ist für die Schüler. Als Land können wir das aber nicht schultern. Ein bisschen mehr zentrale Gestaltung des Schulsystems täte uns zudem allen gut», sagte Sellering.

Lehrerberuf soll attraktiver werden

Eine von Brodkorb eingerichtete Expertengruppe hatte Vorschläge gemacht, wie der Lehrerberuf attraktiver werden kann. Allein für eine Reduzierung der Wochenstundenzahl, für Altersteilzeit oder höhere Einstiegsgehälter müsste das Land pro Jahr zusätzlich mehr als 200 Millionen Euro bereitstellen. Um Eltern von Kita-Beiträgen zu entlasten und ein besseres Betreuungsverhältnis in den Kindergärten zu ermöglichen, hatte Rot/Schwarz die jährlichen Aufwendungen von 87 Millionen auf 140 Millionen Euro aufgestockt.

Vor solch dauerhaften Ausgabenerhöhungen auch in der Bildung hat der Landesrechnungshof bereits gewarnt und stattdessen die Schließung kleiner, personalintensiver Schulen vorgeschlagen. «Auch über diesen Vorschlag muss im Schuldialog, den der Bildungsminister mit Lehrern, Eltern- und Schülervertretern führt, gesprochen werden», sagte Sellering.Prämisse bleibe aber, dass die Schulwege zu bewältigen sind. «Das trifft besonders auf die Kleinen zu.»

Ältere Pädagogen berücksichtigen

Der Regierungschef mahnte zudem Änderungen an, bei denen auch ältere Pädagogen berücksichtigt werden. «Sie haben jahrelang auf Stunden und damit auf Gehalt verzichtet, um drohende Entlassungen von Kollegen zu verhindern. Das war eine großartige solidarische Leistung», betonte er. Die Motivation dieser Lehrer dürfe nicht untergraben werden, etwa durch die Verbeamtung junger Lehrer, ohne auch die Situation älterer Pädagogen zu verbessern. «Im Koalitionsvertrag haben wir verankert, dass wir den Lehrernachwuchs sichern wollen. Auch wenn die Verbeamtung dabei nicht schriftlich fixiert ist, ausgeschlossen ist sie nicht.» dpa

(06.01.2013)

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