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Mecklenburg-Vorpommern: Zurück zu den Kopfnoten

SCHWERIN/HAMBURG. Schüler in Mecklenburg-Vorpommern sollen womöglich vom kommenden Schuljahr an wieder mit Kopfnoten beurteilt werden.

Nach einem Bericht der «Ostsee-Zeitung» hat sich die Koalition aus SPD und CDU darauf geeinigt, dass Mitarbeit, Betragen, Fleiß und Ordnung mit Noten von 1 bis 6 im Zeugnis bewertet werden sollen. Dies habe der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marc Reinhardt, bestätigt, berichtete die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe. «Kopfnoten sind unerlässlich zur Bewertung des Sozialverhaltens. Dass diese Bewertung nun wieder in Form von Noten erfolgt, war überfällig», wurde Reinhardt zitiert. Ziel sei es, die neue Verordnung bereits mit dem neuen Schuljahr in Kraft zu setzen.

Aus dem Bildungsministerium von Mathias Brodkorb (SPD) war dafür am Samstag keine Bestätigung zu bekommen. «Eine abschließende Einigung gibt es noch nicht», sagte Ministeriumssprecher Henning Lipski auf dpa-Anfrage. Brodkorb habe aber alle Schulen eingeladen, in einer Arbeitsgruppe an der Neuregelung des Arbeits- und Sozialverhaltens mitzuwirken. Diese Gruppe habe ihre Arbeit bereits abgeschlossen.

Derzeit würde es an den staatlichen Schulen in den Jahrgangsstufen 2 bis 10 bereits eine Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens der Schüler geben. In neun Kategorien wie «Mitarbeit und Fleiß» oder «Anstrengungsbereitschaft» könnten Schüler mit vorbildlich, gut, zufriedenstellend oder entwicklungsfähig beurteilt werden. dpa

(27.01.2013)

10 Kommentare

  1. An unserer Schule in Berlin haben wir auch wieder Verhaltensnoten / Kopfnoten eingeführt (Betragen, Ordnung, Fleiß, Mitarbeit). Das Verfahren mit Noten ist einfach praktikabler, das sonst in Berlin übliche „Kreuzchensystem“ beim Arbeits- und Sozialverhalten umständlich und unnötig verklausuliert. Sowieso „übersetzen“ alle die Kreuzchen in Zensuren, also besser gleich Zensuren. Und die Schüler verstehen, was gemeint ist! Betragen, Ordnung, Fleiß und Mitarbeit sind Basiselemente für erfolgreiches Lernen!

  2. Ihren Zeilen kann man nur zustimmen:
    „Betragen, Ordnung, Fleiß und Mitarbeit sind Basiselemente für erfolgreiches Lernen.“
    Leider hat die SPD diese Eigenschaften schon vor Jahrzehnten in ihren Bildungsprogrammen zu „Sekundärtugenden“ erklärt und dadurch enorm abgewertet.

  3. Ich wundere mich nur, warum die sogenannten Volksvertreter an dieser das Volk nicht vertreten mögen, denn – zumindest im Osten Deutschlands – die Eltern sind in übergroßer Mehrheit dafür! Was ich noch wichtig finde, ist, dass wir Lehrer dadurch ein Instrument haben, um Verhalten und Leistung zu trennen, damit jemand, der vielleicht ein Genie in Mathematik ist, aber eben auch ein kleiner Chaot, sich dadurch nicht seine Mathe-Note verdirbt. Für seine Unordnung bekommt er dann eine schlechte Ordnungsnote und keine schlechte Note in Mathematik. Fleiß kann auch mal belohnt werden, auch wenn das Ergebnis eigentlich „daneben“ ist. Verhalten und Leistungen sollten meiner Meinung nach nicht miteinander vermischt werden!

  4. @sofawolf
    Sie schreiben:“ Verhalten und Leistungen sollten meiner Meinung nach nicht miteinander vermischt werden!“
    Um Missverständnissen vorzubeugen, diese Anmerkung: Leistungen basieren ganz wesentlich auf gutem Arbeitsverhalten. Es kann durchaus sein, dass ein Schüler mit mäßiger Begabung, der sich aber anstrengt, es erheblich weiter bringt als ein Altersgenosse, der sich auf seinem Talent ausruht. So gesehen haben Leistung und Verhalten durchaus etwas miteinander zu tun.
    Nicht selten sind Kinder mit felativ guter Begabung auf Förderschulen, weil ihnen ihr Verhalten einen Strich durch die Leistungen macht.

  5. @ gerald, haben Sie wirklich nicht verstanden, wie ich es meinte? Die Leistung beruht auf der Bewertung eines Ergebnisses (richtig gerechnet? richtig geschrieben? richtig geantwortet?). Lehrer dürfen aber auch den Weg zum Ziel miteinbeziehen. Ich halte das für grenzwertig, obwohl ich es auch schon gemacht habe. Ich gab eine 1, die eigentlich keine war, um das Mitmachen, die Anstrengung, die Positiventwicklung usw. zu berücksichtigen, besser zu honorieren. Auch Noten für die Heftführung dürfen Lehrer geben und in die Gesamtleistung einbeziehen. Mit den Verhaltensnoten haben wir aber die Möglichkeit, eine schlechte Heftführung im Bereich Ordnung zu bewerten. Ich habe z.B. einen Schüler, der sehr gute Diktate schreibt (kaum oder keine Fehler). Er beherrscht also die Rechtschreibung gut bis sehr gut. Für seine liederliche Schrift könnte ich ihm jedoch eine schlechte Formnote geben und die wiederum könnte seine Diktatnote um eine Stufe verschlechtern. Wäre das gerecht bzw. eine wirklichkeitsgetreue Abbildung seiner Rechtschreibleistung? Ich plädiere dafür, Ordnung bei Ordnung zu bewerten und Rechtschreibung bei Rechtschreibung und DIES eben nicht zu vermischen, denn das Kind kann ja richtig schreiben!!! Die Einbeziehung der Form (Ordnung) bei der Diktatbewertung würde doch die Rechtschreibleistung falsch abbilden! Verstehen Sie mich jetzt?

  6. Noch viel wichtiger sind die Kopfnoten (Arbeits- und Sozialverhalten) in der SEKI, denn sie knnen entscheidende Auswikungen haben. Viele zukünftige Arbeitgeber legen in den Bewerbungszeugnissen viel größeren Wert auf diese Noten als auf den Notendurchschnitt. Dem Besitzer einer Autowerkstatt ist es relativ egal, ob ein Schüler eine 5 in Bio oder Religion hat. Wenn aber die Note im Arbeitsverhalten nicht passt, hat der Schüler ein Problem, die Lehrstelle als Mechatroniker zu bekommen.

  7. Ich glaube eigentlich, dass ich Sie verstanden habe. Ist es nicht so, dass Fleiß, Gründlichkeit, Sorgfalt, Ausdauer usw. sich enorm in der Leistung niederschlagen?
    Wer z.B. zu faul ist, Vokabeln oder anderes zu lernen, wird totz guter Begabung Nachteile in Tests haben. Bei Schülern mit einer liederlichen Schrift, schleichen sich sowohl in Diktaten wie auch in Mathearbeiten Fehler ein, weil sie ihre eigene Schrift manchmal nicht mehr entziffern usw.
    Im Fach Mathematik (Sach- bzw. Textaufgaben) bin ich ich übrigens dafür, den Weg zum Ziel miteinzubeziehen, weil hier das logische Denken im Vordergrung steht.

  8. @ gerald, ja, beim zweiten Lesen hatte ich dann auch den Eindruck, das war gar kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung oder Untermauerung, denn zunächst hatten Sie ja meiner Meinung zugestimmt, dass gutes Betragen, Ordnung, Fleiß und Mitarbeit die Grundlage aller Lernerfolge sind. Deshalb bin ich auch dafür, die Schüler wieder mehr darauf zu orientieren / anzuhalten, wofür die Verhaltensnoten ein gutes Instrument sind. Als Lehrer auch mal beim Ergebnis ein „Auge zuzudrücken“ und das Bemühen „mitzubewerten“, ja, da bin ich weiterhin nicht dagegen, aber da möchte ich jetzt keine Diskussion draus werden lassen, wo wir vom Hundersten ins Tausendste kommen.

  9. @sofawolf
    So ist es. Ich wollte Ihre Worte ergänzen bzw. untermauern.
    Kopfnoten sind absolut sinnvoll und wichtig, weil sie u. a. Auskunft darüber geben können, woran es bei schlechten Leistungen hapert.
    Das Arbeitsverhalten ist eben keine nur sekundäre Sache, wie lange behauptet, sondern von entscheidender Bedeutung für Lernerfolge.

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