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Nach Newtown: In den USA lernen Hunderte Lehrer schießen

WASHINGTON. In den USA haben Hunderte Lehrer und Erzieher auf den Amoklauf von Newtown auf eigentümliche Weise reagiert – sie besuchten Waffenkurse. Solche werden für Pädagogen mittlerweile in zwei Bundesstaaten gratis angeboten, berichtet „Spiegel online“.

In zwei US-Bundesstaaten wird bereits ein kostenloses Schießtraining für Lehrer angeboten. Foto: Smarter's photos / flickr (CC BY 2.0)

In zwei US-Bundesstaaten wird bereits ein kostenloses Schießtraining für Lehrer angeboten. Foto: Smarter’s photos / flickr (CC BY 2.0)

Viele Lehrerinnen und Lehrer wollten vorbereitet sein, wenn es an ihrer Schule zu einem Amoklauf komme, verlautete dem Bericht zufolge der Waffenverband „Buckeye“. Die Pädagogen seien entschlossen, ihre Schüler notfalls auch mit Waffengewalt zu schützen. „Jeder Lehrer, der eine Lizenz hat und bewaffnet sein möchte, sollte auch bewaffnet sein können“, sagte ein Verbandsvertreter. „Jeder Lehrer sollte die Wahl haben.“

Mitte Dezember hatte ein 20-Jähriger bewaffnet mit einem Sturmgewehr in Newtown im Bundesstaat Connecticut 20 Grundschüler und sechs Erwachsene getötet, bevor er sich selbst erschoss. US-Präsident Barack Obama hat daraufhin angekündigt, die Waffenregeln verschärfen zu wollen. Das stößt jedoch auf Widerstand der Waffenlobby: Sie meint, ein bewaffneter Lehrer hätte das Massaker stoppen können.

„Chance, Angreifer zu stoppen“

Als bislang höchster politischer Amtsträger hat sich dem Nachrichtensender n-tv zufolge der texanische Gouverneur Rick Perry dafür ausgesprochen, Lehrer zu bewaffnen. „Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um dieses Übel so weit wie möglich einzuschränken“, sagte er mit Blick auf Newtown. Jeder, der die Genehmigung erhalte und entsprechend geschult worden sei, könne an jedem Ort in Texas eine Waffe tragen – dies müsse landesweit auch für Schulen gelten, bekräftigte Perry. Auch Virginias republikanischer Gouverneur Robert F. McDonnell zeigte Sympathie für den Gedanken. „Wenn nicht nur Polizisten sondern auch entsprechend ausgebildete Schulmitarbeiter bewaffnet wären, gäbe es sicherlich eine Chance, Angreifer zu stoppen“, befand er.

Laut „Spiegel online“ bietet „Buckeye“ im Bundesstaat Ohio seit kurzem gratis einen dreitägigen Intensivkurs an, bei dem Lehrer lernen könnten, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten hätten – mit einer Pistole in der Hand. 900 Bewerbungen lägen bereits vor. In Texas werde für Lehrer ein Kurs kostenlos angeboten, in dem man einen Schein zum versteckten Tragen von Waffen erwerben könne. Die 400 verfügbaren Plätze seien rasch ausgebucht gewesen, weshalb es in Kürze eine weitere Auflage geben solle. (News4teachers)

16.1.2013

Zum Bericht: „Innenminister Gall: Waffenrecht verschärfen – mehr Schutz vor Amokläufen“

 

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