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Baden-Württemberg: Auch Grüne fordern von Stoch Eckpunkte zur regionalen Schullandschaft

STUTTGART. Das Baden Württembergs designiertem Kultusminister Andreas Stoch (SPD) kein leichtes Amt bevorsteht, war zu erwarten. Nach GEW und Ministerpräsident Kretschmann melden sich nun auch die Grünen mit Forderungen zu Wort:

Die Grünen im baden-württembergischen Landtag haben den künftigen Kultusminister Andreas Stoch (SPD) aufgefordert, Kriterien für die regionale Schullandschaft schnell auf den Weg zu bringen. «Die Eckpunkte dafür müssen noch im ersten Quartal an die Staatlichen Schulämter und Regierungspräsidien verschickt werden», sagte die Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser am Mittwoch in Stuttgart. Die scheidende Ministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) hatte erst Ende des Jahres Gespräche zu den Eckpunkten mit den Kommunalverbänden geführt. Der Entwurf dafür liegt derzeit mit Veränderungswünschen der Kommunen im Ministerium.

Die regionale Schulentwicklung, also die Gestaltung der Schullandschaft vor Ort, wird durch rückläufige Schülerzahlen und die rapide schwindende Nachfrage nach Haupt- und Werkrealschulen erforderlich. Infolge dieser Trends ist zu erwarten, dass kleine Schulen schließen oder sich mit anderen zu größeren Einheiten zusammenschließen werden, nach dem Willen von Grün-Rot vornehmlich zu Gemeinschaftsschulen. Nach Bosers Worten ist das Ziel der regionalen Schulentwicklung, für alle Schüler breite Abschlussmöglichkeiten zu erhalten.

Zu den Eckpunkten gehört unter anderem eine Untergrenze bei den Schülerzahlen. So müssen neue Schulen mindestens 40 Schüler pro Jahrgang nachweisen. Bei Bestandsschulen soll das die Richtlinie sein. Außerdem ist bei der regionalen Schulentwicklung der Fahrtweg zu den Schulen sowie deren bauliche Ausstattung zu berücksichtigen. Zudem seien in den Eckpunkten auch Beteiligungsprozesse festgelegt, erläuterte Boser. So würden voraussichtlich Runde Tische mit Vertretern der Staatlichen Schulämter und der für Gymnasien zuständigen Regierungspräsidien sowie von für berufliche Schulen verantwortlichen Landkreisen gebildet. Diese beziehen dann bei Bedarf Eltern oder Schulleiter ein. Damit diese Arbeit vor Ort beginnen könne, seien die Eckpunkte notwendig, sagte die Grünen-Politikerin.

Eine Region wird nach Bosers Prognose kleiner ausfallen als ein Landkreis. Bei den Stadtkreisen sei es sinnvoll, erst einmal diese Dimension zu betrachten.

Boser unterstützte auch die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft an Stoch, bald einen Reformfahrplan bis 2016 vorzulegen. Am Dienstag hatte GEW-Landeschefin Doro Moritz Stoch gefordert, Stoch müsse in den nächsten Wochen einen Reform-Fahrplan vorlegen, welche Bildungsreformen er bis 2016 wie zu finanzieren gedenkt. (dpa)

(09.01.2013)

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