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Amok-Alarm: Schülerin löst mit Schreckschusspistole Panik aus

WERNIGERODE. In einem Klassenzimmer in Wernigerode (Sachsen-Anhalt) schießt ein Mädchen mit einer Schreckschusspistole in die Luft. Zwei Mitschüler werden verletzt. Die Schülerin hatte bereits 2011 einen Amoklauf angekündigt.

Schreckschusspistolen sind leicht im Internet zu bekommen. Screenshot: News4teachers

Schreckschusspistolen sind leicht im Internet zu bekommen. Screenshot: News4teachers

Mit einer Schreckschusspistole hat eine 15-Jährige an einem Gymnasium in Wernigerode im Harz im Unterricht in die Luft geschossen. Sie muss nun mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Durch den Lärm erlitt ein 14 Jahre alter Mitschüler ein Knalltrauma, wie die Polizei mitteilte. Ein zweiter Junge sei leicht im Gesicht verletzt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Magdeburg.

Das Mädchen ist eine Wiederholungstäterin. Sie muss im Gegensatz zur ersten Straftat – einer Brandstiftung und Amokdrohung 2011 – nun mit einer Verhandlung rechnen. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ermittelt gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, wie Sprecher Hornburg sagte. Die Polizei nahm die 15-Jährige vorläufig fest. «Es muss nun auch geprüft werden, was mit ihr wird», sagte Hornburg. So sei noch unklar, ob sie wieder nach Hause könne, in Untersuchungshaft genommen oder in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werde.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) erklärte: «Ich bin erleichtert, dass es durch den Vorfall mit der Schreckschusspistole keine schwerwiegenden Verletzungen gegeben hat – auch dank des couragierten Eingreifens eines Schülers.» Er kündigte an, der Vorfall werde mit der Schule, dem Landesschulamt und weiteren Fachleuten ausgewertet. «Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst und werden alles dafür tun, um hier vorbeugend zu wirken.»

Ein Junge überwältigte die 15-Jährige

Schüler stürmten nach der Schießerei aus Angst aus dem Klassenzimmer und aus der Schule. Andere verharrten geschockt. Die Lage sei zunächst völlig unübersichtlich gewesen, schilderte ein Sprecher des Gymnasiums. Einem Jungen gelang es laut Polizei, die 15-Jährige auf dem Flur zu überwältigen. Er nahm ihr die Waffe ab. Das Motiv des Mädchens war zunächst unklar, auch die Herkunft der Schreckschusswaffe.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Informationen der Online-Ausgabe der «Mitteldeutschen Zeitung» bestätigt. Demnach war die damals 13-Jährige im November 2011 mit vier Messern und einer Axt in ein Gymnasium im Nachbarort Ballenstedt gezogen und hatte dort Feuer gelegt. Zudem kündigte sie damals einen Amoklauf an.

Als Schülerin der damals 8. Klasse legte sie 2011 im Erdgeschoss des Gymnasiums in Ballenstedt zwei Brände. Anschließend ging sie mit einem Messer auf einen Mitschüler los. 400 Schüler und 40 Lehrkräfte wurden damals in Sicherheit gebracht. Eine Lehrerin erlitt einen Schock, verletzt wurde niemand. Zum Motiv hieß es, das Mädchen sei möglicherweise psychisch krank. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dass gegen sie damals nicht ermittelt werden konnte, da sie erst 13 und damit noch strafunmündig war.

In Wernigerode evakuierte die Polizei nach der Schießerei das Gymnasium und durchsuchte das Gebäude. Der Unterricht wurde in allen Klassen abgebrochen. Psychologen vom Kriseninterventionsteam boten am Ort Hilfe an. Besorgte Eltern und Großeltern standen vor der Schule, um Schüler abzuholen. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot am Ort.
In Deutschland waren in der Vergangenheit bei Amokläufen in Erfurt und Winnenden mehr als 30 Schüler und Lehrer ums Leben gekommen. dpa

(26.2.2013)

Zum Bericht: Nach Amok-Alarm: Schüler muss viereinhalb Jahre in Jugendhaft“

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