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Berufsbildungsbericht: Jeder vierte Azubi bricht ab

BERLIN. Laut Berufsbildungsstatistik schließen nur 6 von 10 Lehrlingen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Dabei gibt es auffällige Unterschiede zwischen den Berufen.

So stieg die Abbrecherquote im Jahr 2011 auf 24,4 Prozent, wie die «Welt» unter Berufung auf eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) für den Berufsbildungsbericht 2013 gemeldet hatte. Die Zahl vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge stieg von 142 242 im Vorjahr auf 149 760.

Elektriker-Azubi

Angehende Elektroniker haben eine ausgesprochen niedrige Abbrecherquote. Foto: von emme-dk/Flickr (CC BY 2.0)

Diese bereits 2012 veröffentlichten Daten stammen aus der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Bundesweit werden schon seit Anfang der 90er Jahre zwischen 20 Prozent und 25 Prozent der begonnenen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst, wie die BiBB-Expertin Alexandra Uhly berichtete. Der Wert für 2011 markiert einen Höchststand.

Dabei gibt es nach Angaben des Blatts große Unterschiede zwischen den Berufen: Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beende seine Lehre nicht. Dagegen liege die Quote der Abbrecher unter Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten weit unter zehn Prozent.

Unter den Ländern verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Rangskala lägen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent.

Wird ein Ausbildungsvertrag gelöst, bedeutet das für in vielen Fällen allerdings keinen endgültigen Abbruch. Bereits eine ältere BIBB-Studie ergab, dass rund die Hälfte der Azubis mit gelöstem Vertrag eine andere Ausbildung angehen.

Eine klare Rangliste ergibt sich laut «Welt» auch nach dem Schulabschluss der Azubis: Je niedriger der Abschluss – desto höher die Abbrecherquote. Während 38,6 Prozent der Lehrverträge mit Auszubildenden ohne Hauptschulabschluss aufgelöst werden, sind es bei den Azubis mit Abitur nur 13,6 Prozent.

Insgesamt ist die Zahl der Auszubildenden in Deutschland 2011 um 3,2 Prozentpunkte auf 1,46 Millionen gesunken.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, betonte, die Abbrecherquoten liege in der dualen Berufsausbildung niedriger als bei den Hochschulen. «Oft ist einfach der Beruf falsch gewählt, manchmal passt die Chemie zwischen Ausbilder und Jugendlichen nicht, oder die Entfernung zum Betrieb wird auf Dauer zum Problem», sagte er.

Die Gewerkschaften zeigten sich besorgt. «Auffällig ist, dass die Quote der Abbrüche sich seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet», sagte DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock dem Blatt. Die Betriebe in diesen Problembranchen müssten dringend an Attraktivität und Ausbildungsqualität arbeiten. (dpa)

(11.02.2013)

Statistische Daten zur Ausbildung beim BIBB

Fachserie Berufliche Bildung (Statistisches Bundesamt)

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