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„Bis zu meinem achten Lebensjahr redete ich sehr wenig“

HAMBURG. Als sogenanntes Schlüsselkind wuchs Dieter Kosslick, der heutige Leiter des Filmfestivals Berlinale, fast allein auf. Trotzdem erkannte eine Bäckerin seine Intelligenz. Das erzählte er dem „Zeit-Magazin“.

Dieter Kosslick ist seit 2001 Leiter des Filmfestivals (Foto: Fraktion DIE LINKE im Bundestag /Wikimedia CC BY 2.0)

Dieter Kosslick ist seit 2001 Leiter des Filmfestivals (Foto: Fraktion DIE LINKE im Bundestag /Wikimedia CC BY 2.0)

Dieter Kosslicks (64) Leben begann in einem kleinen Dorf bei Pforzheim mit einer Tragödie. Sein Vater, ein Fabrikarbeiter, kam bei einem Arbeitsunfall 1948 um Leben, als er gerade drei Monate alt war. So kam es, dass seine Mutter fortan den Lebensunterhalt verdienen musste und jeden Morgen um sechs Uhr in die Fabrik ging, um zu arbeiten. Ihren kleinen Jungen gab sie unten im Haus in der Bäckerei ab. Er sei den ganzen Tag ziemlich allein gewesen und habe selbstversunken gespielt, erzählt Kosslick dem „Zeit-Magazin“. So habe er bis zu seinem achten Lebensjahr sehr wenig geredet.

Die Bäckerin hatte Kosslick aber offenbar gut beobachtet. Als er in der vierten Klasse war, überzeugte sie seine Mutter, dass er aufs Gymnasium gehen solle. Noch heute sagt Kosslick, dass er ihr viel verdanke. Nicht nur die Leidenschaft für frische Backwaren. nin

Das Filmfestival „Berlinale“ läuft vom 7. Februar bis zum 17. Februar in Berlin.

(4.2.2012)

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