Anzeige


Startseite ::: Politik ::: Sachsen-Anhalt: Landesregierung gegen Minischulen

Sachsen-Anhalt: Landesregierung gegen Minischulen

MAGDEBURG. Grundschulen müssen künftig mindestens 60 Schüler haben. Das Land will damit bis zu 200 Lehrerstellen sparen.

Die Landesregierung will somit extrem kleine Schulen nicht mehr dulden. Von Sommer 2014 an soll jede Grundschule in dünn besiedelten Gebieten mindestens 52 Schüler haben. Drei Jahre später soll die Mindestzahl auf 60 steigen, wie Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) nach einer Kabinettssitzung mitteilte. Bislang waren Minischulen mit lediglich 40 Schülern in Ausnahmefällen möglich. 75 Grundschulen im Land haben derzeit weniger als 60 Schüler und müssen damit fusionieren, zusätzliche Schüler finden oder ganz aufgelöst werden.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) will Minischulen abschaffen. Foto: Kultusministerium Sachsen-Anhalt

«Im Vergleich mit den anderen Bundesländern verfügen wir damit nicht nur über die kleinsten Schulen, sondern auch über die meisten kleinen Grundschulen», erklärte Dorgerloh. Auf Dauer könne sich das Land dieses kleinteilige Netz nicht mehr leisten. Bei Sekundarschulen und Gymnasien bestehe dagegen kein Handlungsbedarf, weil diese bereits den demografischen Entwicklungen angepasst worden seien.

Das Land erhofft sich damit Kosteneinsparungen. Eine Reihe von Stellen im Grundschulbereich könnte entfallen. «Wir gehen von bis zu 200 aus», sagte Dorgerloh. Derzeit gibt es etwa 4700 Grundschullehrer im Land, viele davon arbeiten in Teilzeit. Die Zahl der Grundschulen bezifferte das Ministerium auf rund 500. Dorgerloh betonte, größere Schulen seien auch pädagogisch sinnvoll. Bislang sind kleinste Schulen mit vier Jahrgangsstufen und jeweils nur 10 Schülern pro Klasse denkbar. Künftig müssten es jeweils 15 Schüler pro Klasse sein.

Betroffen von den Veränderungen sind vor allem dünn besiedelte Regionen, in denen nach der aktuellen Bevölkerungsprognose der Landesregierung im Jahr 2025 weniger als 70 Einwohner pro Quadratkilometer leben werden. Darunter fallen laut Ministerium der Altmarkkreis Salzwedel, die Landkreise Stendal und Wittenberg sowie Teile der Landkreise Jerichower Land und Börde. Aber auch in dichter besiedelten Regionen werden die Mindestgrößen für Schulen leicht angehoben. Dort sollen es dann ab 2017 mindestens 80 Schüler pro Schule sein.

Viele Kommunen hatten sich lange gegen die Schulschließungen gewehrt, vor allem Dörfer könnten damit einen Teil ihrer Identität verlieren. Eine Schule zu schließen, sei immer etwas schmerzliches, sagte Dorgerloh. Und bei den Einsparungen müssten auch die Kosten für längere Wege gegengerechnet werden. Eine Schätzung, wie viel unter dem Strich eingespart werden könne, habe er nicht. (dpa)

(12.02.2013)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*