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Schon 15 Minuten mehr Schlaf macht Schüler leistungsstärker

BASEL. Wenn der Schulbeginn am Morgen um 20 Minuten verschoben wird, wirkt sich das bereits positiv auf die Schulleistung von Jugendlichen aus. Dies berichten Forschende der Universität Basel nach einer Befragung von rund 2700 Schülerinnen und Schülern.

Das Schlafbedürfnis von jugendlichen beträgt im Schnitt neun Stunden. Foto: onkel_wart (thomas lieser) / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Das Schlafbedürfnis von jugendlichen beträgt im Schnitt neun Stunden. Foto: onkel_wart (thomas lieser) / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Im Jugendalter verändern sich die Schlafgewohnheiten deutlich, so berichten die Wissenschaftler. Während Kinder noch Frühaufsteher sind, haben Jugendliche am Morgen oft große Mühe, aufzustehen, und werden abends meist erst spät müde. Während sich die Einschlafphase im Jugendalter also deutlich nach hinten verschiebt, bleibt das Schlafbedürfnis bei den meisten 15-Jährigen unverändert – es liegt bei ungefähr 9 bis 9,25 Stunden pro Nacht und ist damit noch ungefähr gleich wie bei 11-Jährigen. „So leiden viele Jugendliche wegen früher Anfangszeiten während der Schulzeit unter einem Schlafdefizit, was sowohl ihre Schulleistungen als auch ihr Wohlbefinden beeinträchtigt“, heißt es in dem Bericht.

In ihrer Studie haben Forschende um Dr. Sakari Lemola von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel untersucht, wie sich eine Verschiebung des Schulbeginns um 20 Minuten auf die Schlafdauer und Tagesmüdigkeit von Jugendlichen auswirkt. Dafür befragten sie insgesamt 2.716 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 bis 18 Jahren; im Durchschnitt waren sie etwas über 15 Jahre alt. Jugendliche, die morgens um 8 Uhr mit dem Unterricht beginnen, kommen pro Nacht zu durchschnittlich 15 Minuten mehr Schlaf – im Vergleich zu Schülern, bei denen die Schule 20 Minuten früher anfängt. Während also die Jugendlichen in beiden Gruppen ungefähr zur gleichen Zeit zu Bett gehen, können jene mit späterem Schulbeginn am Morgen etwas länger schlafen.

Schlafdauer liegt im Schnitt bei 8 Stunden und 40 Minuten

Die Zunahme der Schlafdauer um nur 15 Minuten führte außerdem dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler während der Schulstunden deutlich weniger müde und schläfrig fühlten. Somit kann sich bereits eine geringfügige Verschiebung der Schulanfangszeiten positiv auf die Schlafdauer und Wachheit von Jugendlichen auswirken. Die durchschnittliche Schlafdauer der Befragten betrug während der Schulwoche ungefähr 8 Stunden und 40 Minuten. Jugendliche, die mit weniger als acht Stunden ungenügend lang schliefen, so die Forschenden weiter, zeigten tagsüber stärkere Müdigkeit, schlechtere Schulleistungen und allgemein eine negativere Lebenseinstellung. Die Forschungsergebnisse sind online in der Fachzeitschrift „Journal of Adolescence“ publiziert.

Der frühe Schulstart widerspricht laut Deutscher Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) der Chronobiologie – also dem zeitlichen Rhythmus – der meisten Jugendlichen. Denn es sei schwer, früher einzuschlafen, als in der inneren Uhr angelegt. “Leider sind Versuche, die Schule erst um neun Uhr beginnen zu lassen, bislang gescheitert”, sagte DGSM-Vorsitzender Prof. Geert Mayer. News4teachers/idw
(5.2.2013)

Zum Bericht: „Zu wenig Schlaf ist Hauptgrund für Lernprobleme“

 

Ein Kommentar

  1. Warum fängt man bei uns nicht wie im Rest der freien Welt um 9 Uhr an?

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