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Studie: Wer Facebook nutzt, wird häufig neidisch und unzufrieden

BERLIN. Eine gemeinsame Studie der Humboldt-Universität und der Technischen Universität Darmstadt unter 600 Facebook-Nutzern zeigt, dass das soziale Online-Netzwerk Facebook starke negative Emotionen hervorruft. Die Teilnahme in sozialen Netzwerken kann sogar die Lebenszufriedenheit beeinträchtigen. 

Der Umgang mit  Facebook soll eigentlich Spaß machen - ärgert aber viele;  Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Der Umgang mit Facebook soll eigentlich Spaß machen – ärgert aber viele; Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Facebook-Mitglieder wurden im Rahmen der Untersuchung nach ihren Gefühlen während und nach der Nutzung von Facebook gefragt. Das Ergebnis: Über ein Drittel der Befragten empfand vornehmlich negative Gefühle wie Frustration. Als wesentlichen Grund für dieses Ergebnis haben die Forscher Neid auf die „Facebook-Freunde“ ausgemacht.

„Obwohl Nutzer zögern, Neidgefühle auf Facebook zuzugeben, vermuten sie oft bei ‘anderen‘ Neid als Ursache für deren Frustration – ein deutliches Zeichen für das Vorkommen dieser Emotion auf Facebook. In der Tat begünstigt der Zugang zu vielen positiven Nachrichten und Profilen von vermeintlich erfolgreichen ‘Freunden‘ einen sogenannten sozialen Vergleich, der leicht Neid erzeugt. Soziale Online-Netzwerke setzen ihre Nutzer einer nie dagewesenen Menge dieser Informationen aus – offline ist es viel schwieriger, Informationen zu passenden Vergleichspersonen zu finden“, erklärt Projektleiterin Dr. Hanna Krasnova, die derzeit an der Humboldt-Universität habilitiert.

Vor allem wer in sozialen Netzwerken selbst kaum aktiv kommuniziert, sondern eher Informationen konsumiert – also beispielsweise Posts von Freunden liest, News Feeds und Fotos durchklickt – ist besonders häufig diesen schmerzvollen Emotionen ausgesetzt.

An erster Stelle der Neidthemen: Reisen und Freizeit

In der Studie zeigte sich zudem, dass ein Fünftel aller Ereignisse, die in letzter Zeit Neid bei den Befragten hervorriefen, im Facebook-Kontext stattgefunden hatten – dies verdeutlicht den immensen Stellenwert, den diese Plattform im Leben vieler Nutzer hat. Paradoxerweise können die Neidgefühle der Nutzer häufig zu einer ausgeprägteren Selbstpräsentation auf Facebook führen, die wiederum Neidgefühle bei anderen hervorruft – ein Phänomen, das die Forscher als „Neidspirale“ bezeichnen. An erster Stelle der Neidobjekte liegt in Deutschland das Themenfeld „Reisen und Freizeit“. „Dies wird durch die vielen geposteten Urlaubsfotos begünstigt, die besonders unter deutschen Facebook-Nutzern beliebt sind“, so Dr. Thomas Widjaja von der TU Darmstadt, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Die Wissenschaftler konnten auf Basis der Studiendaten darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen Neid auf Facebook und der allgemeinen Lebens(un)zufriedenheit der Nutzer nachweisen: Die passive Nutzung von Facebook erhöht Neidgefühle, welche sich wiederum negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer auswirken. „Angesichts der weltweiten Nutzung von Facebook und der Tatsache, dass Neid eine universelle Emotion ist, sind sehr viele Menschen von diesen Auswirkungen betroffen“, erklärt Co-Autorin Helena Wenninger von der TU Darmstadt. idw

(12.2.2013)

Zum Bericht: “Facebook: Niedersachsen erlaubt Lehrern private Kontakte zu Schülern”

Ein Kommentar

  1. Die Ergebnisse kann ich anhand eigener Erfahrungen nur unterstreichen. Ich bin sehr viel bei Facebook und stelle fest, wie neidisch, missgünstig und unzufrieden ich auf die internationalen Kontakte meiner Freunde geworden bin. Sie bekommen nämlich sehr häufig Einladungen nach China, Amerika und Afrika – alles Länder, wo ich mangels eines weitaus geringeren Potentials wirklicher Freunde nie hingelangen werde. Aber so ist wohl das Leben. Manche sind eben obenauf, die anderen müssen ein Kummerleben führen.

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