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Zwangsteilzeit: Viele Lehrer müssen hinzuverdienen

SCHWERIN. Lehrer gehören normalerweise nicht zu einer Berufsgruppe, deren Beschäftigte sich mit zwei Jobs über Wasser halten müssen. Wegen der verordneten Teilzeitarbeit gleichen viele Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern aber die Gehaltsverluste durch Nebenjobs aus.

Viele Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern verdienen sich inzwischen in einem offiziellen Nebenjob etwas hinzu. Von 2007 bis 2012 habe sich die Zahl der vom Bildungsministerium genehmigten Extrabeschäftigungen um fast ein Drittel auf mehr als 1400 erhöht, berichtete der Rundfunksender NDR 1 Radio MV unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Parlamentsanfrage der Linksfraktion. Wegen der verordneten Teilzeitarbeit hätten viele Pädagogen Gehaltsverluste erlitten, die oft mit Zusatzjobs ausgeglichen würden. Aber auch Hochschulmitarbeiter gehörten dazu, die oft als Gutachter tätig seien – oder Vorträge hielten.

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Immer mehr Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern haben Nebenjobs. Foto: Kai Niemeyer / pixelio.de

Den Angaben zufolge ist unter den Beschäftigten des Landes ressortübergreifend die Nebenbeschäftigung gestiegen. Die Zahl sei von 1600 im Jahr 2007 auf 2100 im vergangenen Jahr angewachsen. Lediglich in den Bereichen Finanzen und Wirtschaft sei die Zahl der Nebenjobs zurückgegangen.

Laut Innenministerium ist die Zahl der genehmigten Nebentätigkeiten nicht exakt gleichzusetzen mit der Anzahl der Mitarbeiter. In einigen Fällen würden Beschäftigte mehrere Nebenjobs ausüben. Der NDR verwies darauf, dass der Landesrechnungshof schon 2011 die teils üppigen Nebenverdienste von Professoren an der Hochschule Wismar gerügt hatte.

Vom Schuljahr 2014/2015 an können wieder alle Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern Vollzeit arbeiten. Das Bildungsministerium in Schwerin einigte sich mit Lehrerverbänden und -gewerkschaften darauf, das 1995 beschlossene Lehrerpersonalkonzept zum 31. Juli 2014 und damit zweieinhalb Jahre früher als geplant zu beenden.  (dpa)

(15.02.2013)

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