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CDU-Fraktionschefs und Philologen für das Sitzenbleiben

FRANKFURT. Das Sitzenbleiben repräsentiere eine Leistungsgedanken, so die Fraktionschefs aus drei Ländern. Auch Philologen-Chef Heinz-Peter Meidinger verteidigt das Sitzenbleiben und sieht hinter der aktuellen Debatte die Erosion der Noten aufziehen.

In einem Positionspapier erklärten die Oppositionschefs Karl-Josef Laumann (NRW), Björn Thümler (Niedersachsen) und Julia Klöckner (Rheinland-Pfalz), das Wiederholen einer Klasse gebe Schülern eine faire Chance, ihre Schullaufbahn erfolgreich fortzusetzen. Das Sitzenbleiben repräsentiere einen Leistungsgedanken, dem die Schule Geltung verschaffen müsse. Sie müsse Heranwachsende auf den Leistungsdruck der Arbeitswelt vorbereiten.

Heinz Peter Meidiner, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbands

„Kein Lehrer ist generell für Sitzenbleiben“ betont Philogen-Chef Heinz-Peter Meidinger. Foto: Deutscher Philologenverband

Eine ähnliche Meinung vertrat der Vorsitzende des Philologenverbands Heinz-Peter Meidinger am Rande einer bundesweiten Lehrerfortbildung in Frankfurt. Sitzenbleiben könne sinnvoll sein und zu besseren Leistungen anspornen. Ein Wiederholungsjahr sollte aber intelligenter gestaltet werden, so Meidinger. Besondere Förderung sollten Wiederholer in ihren schwachen Fächern bekommen, in den anderen könne die Zahl der Stunden reduziert werden.

Die Debatte um das Sitzenbleiben – aktuell ausgelöst von Plänen der neuen rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen – sei verlogen, sagte Meidinger. «Sie zäumt das Pferd von hinten auf.» Eigentlich stehe dahinter der Trend «weg von Noten, weg von Standards». Das aber schade den Jugendlichen, denn auf dem Spiel stehe der Wert von Abschlusszeugnissen. «Die Schule sollte sich nicht davon verabschieden, aussagekräftige Zertifikate zu vergeben», forderte Meidinger. «Das Interesse an Leistung lässt nach, wenn es keine Noten gibt.»

«Kein Lehrer ist generell für Sitzenbleiben», unterstrich Meidinger. Trotz intensiver Förderung bräuchten aber einige Schüler ein Wiederholungsjahr, und jeder zweite Sitzenbleiber wiederhole freiwillig. Im übrigen bedeute Sitzenbleiben heute keine Stigmatisierung mehr, Mitschüler und Eltern gingen anders damit um als noch vor Jahrzehnten.(dpa)

(08.03.2013)

zum Bericht: Niedersachsen löst bundesweiten Zoff ums Sitzenbleiben aus
zum Bericht: Lehrer: Mit Sitzenbleiben abschaffen ist es nicht getan
Interview mit NRW-Philologen-Chef Silbernagel: Philologen-Chef fordert Notausstieg für Schulen bei der Inklusion

2 Kommentare

  1. Wir-bilden-den-Norden.de

    Ein Sitzenbleiben, das von Zensur-Automatismen gesteuert wird, ist unpädagogisch, hilft niemandem wirklich und kostet uns alle viel Geld.

    Diskutieren Sie mit uns auf http://www.wir-bilden-den-norden.de/themen/bildungspolitik-kommentiert/

  2. Denselben Kommentar haben Sie doch schon an anderer Stelle losgelassen.
    Ich war auf Ihrer Homepage und habe mich nur gewundert über einen einzigen Kommentar, nämlich dem von Ihnen. Er war so unsachlich, dass ich bei fast jedem Satz hätte einhaken müssen. Das habe ich mir nicht antun wollen.

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