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Hessen: Grüne wollen freiwilligen Ganztag an Grundschulen

WIESBADEN. Nach dem Willen der hessischen Grünen, sollen sich die Kommunen freiwillig am Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler beteiligen. CDU, SPD und Linke zweifeln. Grünen Fraktionschef Tarek Al-Wazir spricht von großer Baustelle.

Mit einem ganztägigen Programm an hessischen Grundschulen wollen die Grünen die Betreuung für Kinder ausbauen. In der Zeit von 7.30 bis 14.30 Uhr soll dafür das Land zuständig sein, danach bis 17.00 Uhr die jeweilige Kommune. Neben Krippe und Kindergarten sei der Übergang in die Schule bei der Betreuung die «dritte große Baustelle», sagte Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir bei der Vorstellung des Konzepts.

Tarek Al-Wazir, Fraktionschef der hessischen Grünen

Grünen Fraktionschef Tarek Al-Wazir hofft bis 2019 in allen hessischen Grundschulen eine Ganztagsbetreuung anbieten zu können. Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0)

Die Grünen wollen aber im Unterschied zur SPD, dem Wunschpartner beim angestrebten Regierungswechsel nach der Landtagswahl, ihr Angebot freiwillig halten. Damit könne es gelingen, in allen rund 1200 Grundschulen bis 2019 ein Betreuungsangebot anzubieten, sagte Al-Wazir. Die Kosten bezifferte er auf 70 Millionen Euro für das Land. Derzeit bieten in Hessen nur etwa 350 Grundschulen ein Ganztagsprogramm an – in der Regel auch nur an drei Tagen pro Woche.

Für die Kommunen werde das Angebot des Landes verlockend sein, glauben die Grünen. Für die großen Städte entstünden meist keine zusätzlichen Kosten, da es dort jetzt schon entsprechende Nachmittagsangebote gebe. Die Grünen wollen die Schulen zugleich besser mit der kommunen Kinder- und Jugendhilfe vernetzen. Hessenweit ist nach Schätzung Al-Wazirs für rund 70 Prozent der Eltern – auch im ländlichen Raum – ein derartiges Ganztagsprogramm interessant. Es soll auch für einen Großteil der Ferien gelten.

Eine verpflichtende Nachmittagsbetreuung sei unrealistisch, da es einem tiefen Griff in die Tasche der Kommunen gleichkomme, kritisierte die CDU. Die SPD äußerte ebenfalls Zweifel daran, ob die Kommunen mitmachten – auch wegen der möglichen Zusatzkosten. Die Kommunen könnten sich die Mehrausgaben gar nicht leisten, hieß es auch bei den Linken. (dpa)

(18.03.2013)

Grünen Konzept zur Betreuungsgarantie für Grundschulkinder

Ein Kommentar

  1. Ein Glück, dass ich nicht mehr Schüler bin!
    Die vielen Bemühungen, Kinder den ganzen Tag wegzusperren, um sie den Eltern vom Hals zu halten, ist eine Greuelvorstellung.
    Was hatte ich es doch gut mit der Halbtagsschule und meinen freien Nachmittagen!

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