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Mecklenburg-Vorpommern: Linke beklagt schlechte Startbedingungen für Lehrer

SCHWERIN. Jahrelang hatten junge Lehrer kaum Chancen, in Mecklenburg-Vorpommern Jobs zu finden. Lehrerüberhang und Zwangsteilzeit versperrten den Weg. Doch nun scheiden ganze Jahrgänge aus dem Berufsleben aus. Die Nachwuchsgewinnung läuft aber alles andere als rund, meint die Linke.

Vier Wochen nach dem Start des neuen Referendariat-Jahrgangs ist nach Informationen der Linken noch immer mehr als ein Drittel der 250 ausgeschriebenen Stellen unbesetzt. Gründe dafür sieht die Bildungsexpertin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, in Gesetzeslücken beim Auswahlverfahren und unzureichender Unterstützung der Schulen. «Den Schulen wird es schwer gemacht, Referendare aufzunehmen, denn die Stundenzuteilung ist völlig unzureichend. Lehrer, die sich bereiterklären, als Mentoren zu arbeiten, buttern zu. Die Bereitschaft, jungen Leuten beim Berufseinstieg zu helfen, wird damit nicht gerade gefördert», stellte Oldenburg fest.

Lehrer an Gymnasien aus «Kapazitätsgründen» abgelehnt

Ihren Angaben zufolge mangelt es an Referendaren für Regionale Schulen, bei Gymnasien habe es hingegen deutlich mehr Bewerber gegeben. Viele davon seien aus «Kapazitätsgründen» abgelehnt worden. Das sei rechtlich aber nicht haltbar, weil es in Mecklenburg- Vorpommern keine gesetzlich festgelegte Kapazitätsobergrenze gebe. Deshalb könnten sich Absolventen nun einklagen – und die Planungen gerieten völlig aus den Fugen. Oldenburg mahnte eine umgehende Änderung des Lehrerbildungsgesetzes an und forderte, den Start des Referendariats vom 1. Februar auf den 1. März zu verlegen. «Dann wäre mehr Zeit für Bewerbungsverfahren, es bestünde Rechtssicherheit, und die Zahl der freien Plätze würde sinken», erklärte die Linke-Politikerin.

All diese Probleme machten die Bemühungen der SPD/CDU- Landesregierung, den Lehrerberuf attraktiver zu machen und junge Lehrer im Land zu halten, zunichte. «Wenn sie schon beim Referendariat mit solchen Problemen kämpfen müssen, ihnen erfahrene Lehrer nur wenige Stunden zur Seite stehen können, dann wächst natürlich auch die Gefahr, dass sie das Land doch verlassen», warnte Oldenburg. Dabei wachse der Bedarf an jungen Lehrern von Jahr zu Jahr. Fast ein Viertel der rund 10 000 Lehrer in Mecklenburg- Vorpommern sei älter als 55 Jahre, dagegen betrage der Anteil der unter 35-Jährigen kaum fünf Prozent. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel seien 18 Prozent der Pädagogen jünger als 35. dpa

(2.3.2013)

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