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Naturwissenschaftslehrer: Länder haben zu viele Freiheiten

HAMBURG. Der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts fordert konkretere Standards fordert bundesweite Standards.

Schulen brauchen nach Ansicht von Fachlehrern für Mathematik und naturwissenschaftlichen Unterricht bundesweit konkretere Mindeststandards. Diese müssten dann konsequent umgesetzt werden, forderte der Bundesvorsitzender des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU), Jürgen Langlet bei einem Kongress in Hamburg. «Man lässt den Ländern zu viele Freiheiten.» Der Politik gelinge es nicht, für mehr Einheitlichkeit zu sorgen.

naturwissenschaftsunterricht

Für Lehrer ist es wichtig zu wissen, welche Kompetenzen Schüler wann erreichen sollen. Foto: Foto Eppler / Chemie-Verbände Baden-Württemberg / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Dabei sei es für Lehrende wichtig genau zu wissen, welche Kompetenzen bei Schülern zu einem bestimmten Zeitpunkt mindestens erreicht sein müssten. «Die Schulen sind dazu bereit, sich diesen Standards zu unterwerfen», erklärte Langlet. Auch die von der Kultusministerkonferenz beschlossenen einheitlichen Abiturstandards in den 16 Bundesländern ab dem Frühjahr 2017 gingen nicht weit genug.

Das Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften sei in den vergangen Jahren gestiegen, berichtete Langlet. «Es sind zwar immer noch zu wenige und immer noch zu wenige Mädchen, da ist Nachholbedarf, aber die Bemühungen wirken.» Zum jährlichen MNU-Bundeskongress werden bis Donnerstag 1300 Lehrer in der Hansestadt erwartet. (dpa)

(25.03.2013)

5 Kommentare

  1. Ich finde nicht, dass man den Lehrern zu viele Freiheiten lässt. Ich finde vor allem, dass das alles, was da gelehrt und gelernt werden soll, zu unübersichtlich und aufgebläht ist. Wie soll man das alles machen in einer Unterrichtsstunde, was da in den tollen und teuren Broschüren steht. Man hat das Gefühl, dass man erst einmal 100 Seiten lesen muss, um zu wissen, wie man eine Unterrichtsstunde gestalten soll. In der Praxis stellen sich oft andere Fragen: Wie bekomme ich eine vernünftige Arbeitsatmosphäre hin? Wie motiviere ich die Schüler? Wie erkläre ich möglichst verständlich? Ein guter Lehrer braucht nicht noch mehr Einschränkungen. Ein guter Lehrer braucht mehr Freiheiten und ein Kernwissen und Kernkompetenzen, die er den Schülern innerhalb des Schuljahres beibringen soll. Und das sollte auf ein A 4-Blatt passen. Alles andere macht ein guter Lehrer selbst!

  2. @sofawolf
    Wie Recht Sie doch haben!!!

  3. Ups, wurde das geändert oder hatte ich tatsächlich statt „Länder“ => „Lehrer“ gelesen???

  4. Ja, Sie haben sich verlesen. Das macht aber nichts. Die angebliche „Narrenfreiheit“ der Lehrer wird auch oft angeprangert und dazu haben Sie einen guten Kommentar abgegeben.
    Lehrer haben nämlich eher zu wenig als zu viel Freiheit. Ihre Arbeit und persönlichen Stärken werden von behördlichen Auflagen, bürokratischen Sachzwängen oder Mitspracherechten geradezu gegängelt.

  5. Ich stimme Herrn Langlet zu – gerade die Mathematik funktioniert in ganz Deutschland ziemlich gleich.;-))Warum kann es keinen bundesweiten Lehrplan geben?? Wenn es die KMK nicht geregelt kriegt, würde ich mir eine Grundgesetzänderung wünschen. Bundesweite Lehrpläne würden auch das ungeheuerliche Gewirr bei den Schulbüchern in 16 Länderversionen verringern.

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