Anzeige


Startseite ::: Nachrichten ::: Streit um illegale Mittelschule wohl auch im nächsten Schuljahr

Streit um illegale Mittelschule wohl auch im nächsten Schuljahr

SEIFHENNERSDORF. Der Fall liegt schon beim Bundesverfassungsgericht. 13 Fünftklässler besuchen die Mittelschule in der 4000-Einwohner-Gemeinde in der Nähe von Görlitz. 40 müssten es laut Schulgesetz sein. Also organisierten die Eltern den Unterricht durch pensionierte und freiberufliche Lehrer selbst. Für das kommende Schuljahr sind wieder nicht genug Schüler angemeldet.

Die Zukunft der umkämpften Mittelschule in Seifhennersdorf steht damit wieder auf der Kippe. Für das nächsten Schuljahr seien nur elf Kinder für neue fünfte Klassen angemeldet worden, bestätigte Bürgermeisterin Karin Berndt (parteilos) Medienberichte. Vorgeschrieben sind 40 Schüler für zwei Klassen. Die Anmeldefrist ging am Vortag zu Ende. Bis zum Schuljahresbeginn im Sommer solle dennoch um weitere Schüler gekämpft werden, sagte die Bürgermeisterin. «Wir haben noch fünf Monate Zeit.» Vor allem die unsichere Zukunft der Schule habe vermutlich viele Eltern abgehalten.

Die Eltern in Seifhennersdorf wollen sich mit der Schulschließung nicht abfinden - und haben in Eigenregie einen Schulbetrieb organisiert. Foto: privat

Die unsichere Zukunft der Seifhennersdorfer Mittelschule schrecke viele Elteren von einer Anmeldung ab. Foto: privat

Im vergangenen Jahr hatten der Schule zwei Schüler gefehlt, um die gesetzlichen Vorgaben von 40 Schülern pro Klassenstufe zu erfüllen. Daraufhin hatten die Eltern den Unterricht mit pensionierten und freiberuflichen Lehrern selbst organisiert. Das Kultusministerium hält das für illegal. Derzeit gibt es an der Schule noch 13 Fünftklässler.

In den vergangenen Wochen konnten die Schulrebellen erste Erfolge vor Gericht verbuchen. Das Amtsgericht Zittau stellte die Bußgeldverfahren gegen die Eltern ein. Das Verwaltungsgericht in Dresden hatte zuvor entschieden, den Seifhennersdorfer Rechtsstreit um Sachsens Schulgesetz dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorzulegen. Es soll prüfen, ob der darin verankerte Paragraf zur Schulnetzplanung gegen das Grundgesetz verstößt. (dpa)

(09.03.2013)

zum Bericht: Seifhennersdorfer Schulstreit geht ans Bundesverfassungsgerichtzum Bericht: Keine 5. Klasse: Eltern engagieren sich Lehrer selbst

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*