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Vor Spitzentreffen – Merkel fordert mehr Familienfreundlichkeit

BERLIN. Ministerin Schröder trifft sich am Dienstag mit Wirtschaft und Fachverbänden zum «Familiengipfel». Vorab fordert die Kanzlerin mehr Rücksicht auf Eltern im Arbeitsalltag. Eine Umfrage des Ministeriums zeigt: Das ist wohl auch nötig.

Fordert die Wirtschaft zu mehr Familienfreundlichkeit auf: Bundeskanzlerin  Angela Merkel. Foto: Aleph / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)

Fordert die Wirtschaft zu mehr Familienfreundlichkeit auf: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Foto: Aleph / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)

Vor einem Spitzentreffen am Dienstag hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wirtschaft zu familienfreundlicheren Arbeitsbedingungen aufgerufen. «Wer die Fachkräfte der Zukunft für sich haben möchte, muss auf das Thema Familie mehr Rücksicht nehmen», sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei nicht nur mit Gesetzen zu erreichen, «sondern hier ist auch viel Umdenken gefordert».

Der Anspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren zum 1. August solle umgesetzt werden, versicherte Merkel. Zudem sollten Berufstätige auch Pflegezeiten nehmen können. Dies sind Themen des Treffens bei Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) mit Vertretern von Wirtschaft und Verbänden.

Schröder erwartet trotz der Bedarfslücke bei Kita-Plätzen nach dem ab August geltenden Rechtsanspruch keine massive Klagewelle. Es werde zwar Klagen geben, «aber nach aktuellen Einschätzungen keine bundesweite Klageflut», sagte die Ministerin der «Welt am Sonntag». Auch als vor rund 15 Jahren der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für die über Dreijährigen eingeführt wurde, sei vor einer gigantischen Klagewelle gewarnt worden, die aber nicht eingetreten sei.

Präzise Angaben zur Zahl der noch fehlenden Kita-Plätze machte die Ministerin nicht. Während fast alle Landkreise wohl den Rechtsanspruch ab August erfüllen könnten, gebe es vor allem in westdeutschen Großstädten Probleme.

Nach einer am Wochenende bekanntgewordenen Elternumfrage des Familienministeriums bedauern vier von zehn Frauen in Deutschland im Nachhinein aus Karrieregründen, in ihrem Beruf Elternzeit in Anspruch genommen zu haben. Laut «Welt am Sonntag» stellten 38 Prozent der weiblichen Teilnehmer der Studie unter knapp 4000 Befragten negative Auswirkungen der Babypause auf das berufliche Fortkommen fest. Bei den Männern waren es 28 Prozent. Die Untersuchung zwischen Ende Januar und Mitte Februar soll die Lebenswirklichkeit junger Eltern in Deutschland analysieren und wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Besonders groß sei die Unzufriedenheit bei Teilzeitkräften: Zwar sieht sich das Gros frisch gebackener Eltern beim Wunsch nach einer Reduzierung der Arbeitszeit vom Chef unterstützt. Doch rund vier von zehn Teilzeitbeschäftigten (38 Prozent) halten verringerte Arbeitszeit aus Karrieregründen für problematisch. Vier von fünf Befragten geben an, dass die Inanspruchnahme von Elternzeit in ihren Firmen heutzutage als unproblematisch erachtet wird. dpa

(10.3.2013)

Zum Bericht: “Forscher: Familienpolitik des Staates verpufft weitgehend wirkungslos”

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