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Bayerischer Elternverband fordert Erziehungskurse

MÜNCHEN. Immer mehr Kinder kommen ohne ausreichende Erziehung in die Schule, meint der Bayerische Elternverband. Abhilfe schaffen könnten Erziehungskurse für werdende Eltern.

Viele Eltern sind nach Ansicht des bayerischen Elternverbandes (BEV) mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Immer mehr Kinder im Freistaat kämen ohne ausreichende Erziehung in die Kita oder Schule, teilte der Verband mit.

Familie mit 2 Kindern im Wald

Der BEV fordert vorgeburtliche Erziehungskurse. Foto: Jeff Howard / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Um das zu ändern, fordert der BEV Erziehungskurse für Paare, die ihr erstes Kind erwarten. Die Kurse könnten etwa in Familienbildungsstätten angeboten werden. Nach Schätzungen des Verbandes würde ein Kurs mit sieben Doppelstunden pro Paar etwa 200 Euro kosten. «Zahlreiche Ursachen führen dazu, dass viele Schülerinnen und Schüler orientierungslos sind und Beziehungsprobleme haben», bekräftigte Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrerverbands BLLV. (dpa)

(03.05.2013)

Zum Bericht: Spaenle will bayerischen Schülern mehr fürs Leben beibringen

Zum Bericht: Bayern: Streit um Schulfach Lebenskunde

6 Kommentare

  1. Dass viele Eltern nicht mehr erziehen können, beobachten auch viele Lehrer. Könnte man solche Kurse nicht an’s Kindergeld koppeln?

    • Ihr Vorschlag erinnert mich an folgende Worte des Erziehungsfachmanns Dr. Albert Wunsch:
      „Fast alles muss in unserem Land erlernt werden, für Vieles braucht man eine Ausbildung. Der Staat sollte daher gezielt – z. B. durch einen Bonus zum Kindergeld – Anreize setzen, damit Eltern von sich aus ihre Erziehungs-Qualifikation steigern. Kindererziehung lässt sich eben nicht so aus dem Arm schütteln.“
      http://www.freiewelt.net/nachricht-12210/eltern-in-der-verw%F6hnfalle%3F!.html
      Ich bin mir bei aller Wertschätzung für Herrn Dr. Wunsch in diesem Fall nicht sicher, ob er richtig liegt. Sein Weg könnte die Unsicherheit von Eltern verstärken, weil die staatlich geförderten Maßnahmen u. U. den Irrglauben nähren, dass Eltern sich auf das eigene Gespür und den eigenen gesunden Menschenverstand nicht verlassen können oder sollten und darum „fachkundige“ Hilfe brauchen.
      Dass dies nicht so ist, beweisen frühere Generationen. Symptomkuren helfen vielleicht kurzfristig, auf längere Sicht aber können sie die Lage verschlimmern, weil das Übel tiefer liegt und sich weiter ausbreitet.

  2. Aus dem gleichen Grunde habe ich unlängst das Fach Pädagogik/Psychologie vorgeschlagen (in einigen Bundesländern gibt es das ja auch schon), in dem die künftigen Eltern auch Grundlagen der Erziehung vermittelt bekommen, sodass sie dann wenigstens versuchen können, anders zu erziehen, als sie es selbst erlebt haben. Dann muss man es auch nicht ans Erziehungsgeld koppeln, worin ich vor allem organisatorische Probleme sehe, ich meine, im Berufsleben hat man für solche Ausbildungen nebenher oft keine Zeit mehr UND die Kinder sind ja dann schon da, wenn man die Ausbildung macht UND wer sie am nötigsten hätte, nimmt womöglich gar nicht dran teil.

    • Jetzt auch noch “das Fach Pädagogik/Psychologie”?
      Kann mir mal einer sagen, für was die Schule noch alles sorgen soll und will? Mir würde schon reichen, wenn meine Kinder gründlich Lesen, Schreiben und Rechnen lernen würden, damit ich nicht immer wieder nachhelfen muss.
      Der Unmut vieler Eltern über diesen Qualitätsverlust ist groß. Wer nicht selbst nachhilft, muss teures Geld für fremde Hilfe bezahlen, obwohl die Zeugniszensuren gar nicht so schlecht sind.
      Glauben die Lehrer, wir Eltern merkten nicht, dass unsere Kinder häufig kaum mehr was können auf diesen Gebieten trotz befriedigenden Zeugnissen?
      Lehrer bleibt mal bescheiden auf dem Teppich bei Euren Kernaufgaben, dann helft ihr uns und unseren Kindern am meisten!!!
      Ich bewältige auch die Mutterrolle, ohne in der Schule das Fach Pädagogik/Psychologie gehabt zu haben.
      Nehmt mir aber bitte die Arbeit als Nachhilfelehrerin ab, die früher nur in Ausnahmefällen zu den Elternaufgaben gehörte.

  3. Welche “Erziehung” ist denn “richtig”? Gab es je eine “richtige” Erziehung? Waren die Deutschen im 3. Reich richtig erzogen? Ich weiss, “jetzt schwingt wieder jemand die Nazikeule”, aber waren die Studenten in den schlagenden Verbindungen der Weimarer Zeit richtig erzogen, waren die bigotten Menschen des Biedermeier richtig erzogen, sind Katholiken richtig erzogen? Jeder erzieht seine Kinder, wie er es für richtig hält, in Bayern gehen die Uhren auch nicht anders, als in BW oder Brandenburg. Erinnert euch an die vielen schlimmen Verbrechen kurz nach der Wende, begangen von “wohlerzogenen” Bürgern eines faschistoiden Systems und wer ehrlich genug ist, weiss, dass Fehltritte von Kindern und Jugendlichen aus “gutem Hause” nicht so publiziert werden, wie Jene von Kindern aus Mittel- und Unterschicht, dass Noten in den Schulen ebenso subjektiv vergeben werden und dass Bewerbungsgespräche und Einstellungen ebenfalls subjektiv verlaufen. Also, wer hat das Patent auf richtige Erziehung, wenn bislang alle staatlichen Massnahmen der Vergangenheit nur zu Elend und Verkommenheit geführt haben. Auch die USA bilden sich ein, das Patent auf moralische Führung der Welt zu haben und haben die höchste Kriminalitätsrate, die schrecklichsten und wahnsinnigsten Verbrechen und das verkommenste Justiz- und Gefängniswesen.

    • Zustimmung! Es gibt kein allzeit gültiges Rezept für Erziehung. Darum gehört sie in Eltern- und nicht Staatshand. Bei den Eltern herrscht Vielfalt und Ausgleich, beim Staat jedoch Vereinheitlichung, deren Auswirkung verheerend ist, wenn alles aufs falsche Pferd gesetzt wird. Fromme Wünsche führen nicht automatisch zu richtigem Handeln.
      Und die Gefahr des Irrtums ist groß, wie Sie durch den Verweis auf die Vergangenheit und die USA ganz richtig feststellen.

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