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Doppelter Abi-Jahrgang: NRW-DGB-Chef kritisiert Ausbildunsverhalten der Betriebe

DÜSSELDORF. Der doppelte Abiturjahrgang kommt und schon jetzt fehlen in Nordrhein-Westfalen Ausbildungsplätze für rund 15.000 Bewerber. Andreas Mayer-Lauber, Vorsitzender des DGB-NRW zeigt vor diesem Hintergrund kein Verständnis für Klagen über Fachkräftemangel. Auch Arbeitsagentur-Chefin Christiane Schönefeld gibt sich verwundert.

Mehr Bewerber, weniger Ausbildungsplätze: Der Ausbildungsmarkt befindet sich laut NRW-Arbeitsagentur weiter in einem «Ungleichgewicht». Seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober seien von den Arbeitgebern 1,8 Prozent weniger Ausbildungsplätze gemeldet worden. Dem standen im Mai 1,8 Prozent mehr Bewerber als noch vor einem Jahr gegenüber. Für derzeit gut 38 000 offene Ausbildungsplätze gebe es noch knapp 54 000 Bewerber.

Auszubildender. Foto: Arbeitgeberverband-Gesamtmetall / Flickr (CC-BY-2.0)

Besonders viele Abiturienten werden in diesem Jahr auf den NRW Ausbildungsmarkt strömen. Foto: Arbeitgeberverband-Gesamtmetall / Flickr (CC-BY-2.0)

Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit in NRW, Christiane Schönefeld, äußerte sich «verwundert» über die gesunkene Zahl an Ausbildungsplätzen auch in den sogenannten Engpassberufen mit Fachkräftemangel. Das diesjährige Fachkräfte-Potenzial werde bisher offenbar nicht genügend genutzt. «Das Potenzial an gut qualifizierten Ausbildungsinteressenten ist in diesem Jahr in unserem Land besonders groß. Nie wieder werden so viele junge Menschen auf den Ausbildungsmarkt strömen.» Weniger Schulabgänger in den kommenden Jahren bedeuteten «ganz klar» weniger Chancen auf Fachkräfte im eigenen Unternehmen, warnte sie.

Der DGB in NRW kritisierte das Ausbildungsverhalten der Betriebe. «Ihre Klagen über den drohenden Fachkräftemangel sind vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar», sagte DGB NRW-Chef Andreas Meyer-Lauber laut einer Mitteilung. Auch das Argument mangelnder Ausbildungsreife bei vielen Bewerbern ziehe vor dem aktuellen Hintergrund nicht. So stieg der Anteil von Bewerbern mit Abitur von 10,5 im Vorjahr auf 14,0 Prozent im Mai. «Das Kernproblem liegt einzig und allein bei den Unternehmen selbst. Viele scheuen schlicht den Aufwand, den die betriebliche Ausbildung von jungen Menschen mit sich bringt.» Laut Meyer-Lauber beteiligen sich lediglich 34 Prozent der NRW-Betriebe an der Ausbildung. Das sei ein «untragbarer Zustand». (dpa)

(01.06.2013)

DGB Nordrhein-Westfalen

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