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Ferienlaune im hohen Norden – Wende ist mit sich zufrieden

KIEL / SCHWERIN. Urlaubsstimmung im Norden: Auf die Schüler in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern warten sechs Wochen Sommerferien. Waltraud Wende, Bildungsministerin in Kiel, zieht nach einem Jahr im Amt eine erste Bilanz.

Hat einen Entwurf für ein neues Schulgesetz vorgelegt: Schleswig-Holsteins  Bildungsministerin Waltraud Wende.  (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Hat einen Entwurf für ein neues Schulgesetz vorgelegt: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Für rund 390 000 Jungen und Mädchen an den allgemein- und berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein sowie die fast 135 000 Schüler in Mecklenburg-Vorpommern haben am Freitag nach der Zeugnisausgabe die Sommerferien begonnen.

Das Schuljahr in Schleswig-Holstein endet fast zeitgleich mit dem ersten Amtsjahr für Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos). «Ich bin zufrieden, wie viel wir in den zwölf Monaten auf den Weg gebracht haben», sagte die Ministerin. Zum einen verwies sie auf den Referentenentwurf für das neue Schulgesetz. «Das war schon eine Herkules-Aufgabe, die wir gemeistert haben.» Sie hoffe nun, dass «die Debatte um Schulstrukturen jetzt endgültig zugunsten der Debatte um Schul- und Unterrichtsqualität beendet wird».

Mit Beginn des Schuljahrs 2014/15 soll es in Schleswig-Holstein ein zweigliedriges Schulsystem geben. «Mit starken Gymnasien auf der einen Seite, die in der Regel G8-Gymnasien sein sollen, und mit ebenso starken Gemeinschaftsschulen auf der anderen Seite, die zum G9-Abitur führen.»

Wende verteidigte die durchaus umstrittene Reform erneut und wies Kritik zurück, sie treibe einen Keil zwischen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Sie habe auch nicht gesagt, dass Kooperationen zwischen den beiden Schularten «verboten» seien, sondern dass «Kooperationen zwischen den beiden Schulsystemen aus didaktisch-pädagogischen Gründen nicht wirklich nahe liegen. Wo Kooperation jedoch mit einem überzeugenden Konzept verbunden sei, wird diese natürlich nicht untersagt, das wäre ja mehr als töricht», betonte die Ministerin. Institutionelle Verbindungen zwischen beiden Schularten sollen in der Regel aber nicht möglich sein.

Trotz der Kritik macht der ehemaligen Präsidentin der Universität Flensburg die Arbeit als Ministerin «sehr, sehr viel Freude. Ich habe noch viele Ideen und Visionen, die ich gemeinsam mit den Schulen und den Hochschulen diskutieren und weiterentwickeln möchte», sagte Wende. Da könne man viel gestalten.

Ein Thema, das die Ministerin als nächstes angehen will, ist der Unterrichtsausfall. «Wir müssen ehrlich ermitteln, wie viel Ausfall aus welchen Gründen es tatsächlich gibt.» Dann müsse nach tragfähigen Konzepten gegen Unterrichtsausfall gesucht werden. Das jetzige Erfassungsmodell liefere keine belastbare Zahlen, sagte Wende.

Ein Problem sei, dass über den Vertretungsfonds zum Teil Vertretungslehrer geschickt werden, die nicht die Fächerkombination des erkrankten Kollegen unterrichteten. «Wenn ein Physiklehrer plötzlich ausfällt, wir aber keine Physiklehrer haben, weil im Bereich Physik ein Lehrermangel besteht, dann sind mir die Hände gebunden: Ich kann mir keine Lehrkräfte backen», sagte Wende.

Sie könne die Studenten auch nicht verpflichten, Naturwissenschaften zu studieren. «Man kann sich allenfalls überlegen, wie man sowohl den schulischen Unterricht wie auch das universitäre Studium eines Mangelfachs so organisiert, dass das Studium für Abiturienten attraktiver wird.» Der Mangel an Lehrkräften im Bereich der Naturwissenschaften sei deutschlandweit ein großes Problem. dpa

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