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Generationen-Manifest: „Politiker verschlafen Energiewende und den Umbau des Bildungssystems“

BERLIN. Prominente wie Schauspieler Benno Fürmann, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter haben sich zusammengeschlossen, um vor der Bundestagswahl die Politiker unter Druck zu setzen. Sie fordern, um die Zukunft der nachfolgenden Generationen zu gestalten, die Energiewende und den Umbau des Bildungssystems weiter voranzutreiben.

Die Worte klingen ernst: «Wir machen uns Sorgen. Große Sorgen». In dem so überschriebenen «Generationen-Manifest» werfen Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Prominente der Regierung und den Parteien vor, die Energiewende und den Umbau des Bildungssystems zu verschlafen. Rund dreieinhalb Monate vor der Bundestagswahl wollen sie nun Demos organisieren und eine breitere Bewegung anstoßen – auch Prominente wie Marius Müller-Westernhagen und Benno Fürmann sind dabei. Der 41-jährige Vater einer Tochter urteilte am Donnerstag in Berlin so über die Politiker: «Da geht einfach mehr.»

Schauspieler Fürmann und seine Mitstreiter wollen aufrütteln. (Foto: Schröder + Schömbs PR Brands Media Lifestyle/ Flickr CC BY-ND 2.0)

Schauspieler Fürmann und seine Mitstreiter wollen aufrütteln. (Foto: Schröder + Schömbs PR Brands Media Lifestyle/ Flickr CC BY-ND 2.0)

Die in dem Bündnis zusammengeschlossenen Bürger eint die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder und die uralte Frage: «Wie wollen wir in Zukunft leben?». Ihre Antworten haben sie in zehn Warnungen und zehn Forderungen aufgeschrieben. Auch wenn die Initiatoren nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse verweisen, so kritisieren Studien durchaus eine mangelnde Generationengerechtigkeit. Durch Verschuldung und Umweltfrevel gefährdeten die Industrienationen die Zukunft der nächsten Generationen, hieß es in einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung im April. In Deutschland habe jedes Kind rechnerisch 192 000 Euro Schulden.

Bis zur Bundestagswahl am 22. September rechnet die Mitinitiatorin des Manifestes, die Unternehmerin und Buchautorin Claudia Langer, mit einer breiten Resonanz aus der Bevölkerung. Zwar nannte sie das Vorhaben «schwierig und groß», bis zur Wahl will sie aber 100 000 Unterschriften sammeln und vorher alle Parteien zu einem «Generationen-Gipfel» einladen.

In dem Appell an die Politik ist unter anderem zu lesen: «Die Bekämpfung des Klimawandels muss als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen werden.» Deutlich beklagen die Initiatoren auch, die Politiker spalteten durch ihre Tatenlosigkeit die Gesellschaft. «Die Regierenden regieren an uns Bürgern vorbei», heißt es weiter. Die Politologin und frühere Bundespräsidenten-Kandidatin Gesine Schwan als Unterstützerin der Erklärung sprach von einer Entpolitisierung der Gesellschaft.

Ob sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von dem Papier beeindrucken lässt, ist ungewiss. Die Regierungschefin nahm sich zuletzt selbst der Folgen des Demografiewandels an. Im Mai hatte sie gesagt, Deutschland müsse in der Familienpolitik und im Bildungswesen auf den demografischen Wandel reagieren. Wichtig sei, damit früh anzufangen und künftige Generationen nicht zu sehr zu belasten.

Aus Sicht der Autoren des «Generationen-Manifestes» aber gehen die Bildungsreformen und die Energiewende nicht schnell genug voran. Es mangele an Mut zur radikalen Veränderung, beklagten sie. Schauspieler Fürmann sagte es so: «Ich finde, dass wir so einschläfernd und lähmend vor uns hintuckern. Ich finde, wir leben am Zeitgeist vorbei, wir können mehr tun.» Monika Wendel/dpa

(6.6.2013)

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