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KMK beschließt Aufbau eines bundesweit zentralen Abituraufgabenpools

WITTENBERG/BERLIN. Die Kultusministerkonferenz macht einen Schritt hin zur Vergleichbarkeit des Abiturs in ganz Deutschland. Mit Deutsch, Mathe Englisch und Französisch fängt es an, die Naturwissenschaftenfolgen. Ab 2016 sollen die einzelnen Bundesländer ihre Abituraufgaben aus dem neuen zentralen Aufgabenpool wählen. Auch sollen die Prüfkriterien bundesweit standardisiert werden.

Für einige Bundesländer bedeutet der Beschluss die Aufgabe spezieller, oft seit Jahrzehnten gepflegter Eigenarten bei der Reifeprüfung. Für die erste Abiturprüfung nach den neuen Regelungen wird das Jahr 2016 angestrebt.

Abitur

Das Abitur soll nach dem Willen der Kultusministerkonferenz bundesweit vergleichbarer werden. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Basis für den Aufgabenpool bilden die neuen bundesweiten Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch. Die Länder können Aufgaben für den Pool vorschlagen, die dann von Wissenschaftlern des ländereigenen Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) überprüft werden. Anschließend können sich die Länder aus diesem Pool die Aufgaben für ihre Reifeprüfung heraussuchen. Aufgaben für die Naturwissenschaften sollen bald folgen.

Zu den einheitlichen Prüfungskriterien gehört unter anderem auch die Frage, wie weit Taschenrechner bei Mathematik-Klausuren eingesetzt werden dürfen. Auch werde der Einsatz von Literaturlisten geregelt und ob Gedichtinterpretationen mit oder ohne vorliegendem Text gefordert würden, sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Stephan Dorgerloh (Sachsen-Anhalt/SPD).

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) sprach von einem «weiteren wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung der gymnasialen Bildung» und zu mehr Vergleichbarkeit über die Ländergrenzen hinweg. «Die Qualität der Bildung in der Oberstufe muss gesichert werden und das Abitur soll bundesweit besser vergleichbar sein», sagte sie.

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) unterstrich: «Es geht um Gleichwertigkeit, aber nicht um Text-identische Aufgaben.» Ihr Bundesland werde die einschlägigen Erfahrungen mit dem Landes-Zentralabitur einbringen. «Im Interesse der Abiturienten sind Schnellschüsse und Aktionismus fehl am Platz.»

Auch Hessens Kultusministerin Nicola Beer (FDP) begrüßte das Zusammenrücken der Länder beim Abitur. Die Kultusminister wollten zudem künftig einen regelmäßigen Bericht über die Entwicklung des Aufgabenpools, sagte Beer.

Das von Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) vorgeschlagene Konzept für einen Länder-Staatsvertrag über ein bundesweit vergleichbares Abitur stand in Wittenberg nicht auf der Tagesordnung. Einzelheiten über die neuen Abiturregelungen sollen am Freitag mitgeteilt werden. (dpa)

(20.06.2013)

Zur Geschichte des Abiturs (Bundeszentrale für politische Bildung)

zum Bericht: KMK bringt ein „Deutschland-Abitur“ auf den Weg – ein kleines

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