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Mögliche Misshandlungen in Jugendheimen: Kommission untersucht auch zwei Todesfälle

POTSDAM. Noch in dieser Woche sollen sich erstmals Experten zusammensetzen und Misshandlungsvorwürfe gegen brandenburgische Jugendheime untersuchen. Dabei geht es auch um den Tod zweier Bewohnerinnen.

Wurden Kinder und Jugendliche in brandenburgischen Heimen misshandelt? (Szene gestellt). Foto: Luis Priboschek

Wurden Kinder und Jugendliche in brandenburgischen Heimen misshandelt? (Szene gestellt). Foto: Luis Priboschek

Eine Untersuchungskommission wird in den kommenden Tagen den Misshandlungsvorwürfen gegen Kinder- und Jugendheime in Brandenburg nachgehen. Unabhängige Experten unter anderem aus dem Bereich der Pädagogik sollen sich mit möglichen Körperverletzungen und den Umständen des Todes zweier Jugendlicher beschäftigen, sagte der Sprecher des brandenburgischen Bildungsministeriums, Stephan Breiding, in Potsdam.

«Es werden die letzten Gespräche geführt – die Kommission nimmt demnächst ihre Arbeit auf.» Bis 2010 habe es in den drei Heimen in Brandenburg Fixierliegen und Einheitskleidung gegeben. Nach Berichten der Zeitung «taz» kam es dort unter anderem zu Knochenbrüchen. Der Betreiber, die Haasenburg GmbH, bestreitet die Vorwürfe.

Dem Ministerium seien zwei Todesfälle in den Heimen für junge Menschen aus schwierigen Familienverhältnissen bekannt, sagte Breiding. Im Juni 2005 wurde demnach eine 15 Jahre alte Bewohnerin an einer Schranktür erhängt im Jugendheim Neuendorf gefunden. Ein 16-jähriges Mädchen starb im Mai 2008 in Jessern nach einem Sturz aus dem Dachgeschoss. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» darüber berichtet. Im ersten Fall habe es sich um Suizid gehandelt, im zweiten um einen Unfall, sagte der Ministeriumssprecher.

Die Staatsanwaltschaft habe damals kein Fremdverschulden oder eine Pflichtverletzung durch die Erzieher gesehen. «Nun soll es um die Frage gehen, ob es neue Erkenntnisse gibt, die darauf hindeuten, dass Fehler in den Heimen gemacht wurden», sagte Breiding. Derweil beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Cottbus erneut mit den Heimen – in der vergangenen Woche sind zwei Strafanzeigen eingegangen. Vom Landesjugendamt hat sie Unterlagen angefordert, die möglicherweise Hinweise zu den Knochenbrüchen geben können. dpa

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