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Schulleiterin lehnt Aachener Friedenspreis ab – Bundeswehr tritt doch auf

AACHEN. Die Schulleiterin der Düsseldorfer Hulda-Pankok-Gesamtschule will den Aachener Friedenspreis nicht annehmen. Den Beschluss, für den die Schule ausgezeichnet werden soll – nämlich Auftritte der Bundeswehr zu untersagen – habe es gar nicht gegeben, stellte Alexandra Haußmann in einem offenen Brief fest. Der Aachener Friedenspreis widersprach. Einen entsprechenden Beschluss habe die Schulkonferenz nach Aussagen von beteiligten Schülern und Eltern im Oktober 2010 einstimmig gefasst.

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Eine solchen Vorgang habe es in der Geschichte des Preises noch nicht gegeben, sagte die Sprecherin des Vereins, Lea Heuser. Die Düsseldorfer sollten neben zwei anderen «Schulen ohne Bundeswehr» am 1. September den Aachener Friedenspreis erhalten.

Der Aachener Friedenspreis halte an der Schule als Preisträger fest, sagte Heuser. Da die Schulkonferenz den Beschluss mit Eltern und Schülern gefasst habe, könnten auch Vertreter dieser Gruppen den Preis entgegennehmen: «Das muss die Schule intern klären.»

In dem öffentlichen Brief an den Verein stellte Schulleiterin Alexandra Haußmann fest: «Die Schule nimmt den Preis nicht an», da die für preiswürdig gehaltenen Umstände nicht zuträfen. Vertreter der Bundeswehr könnten weiter in den Unterricht kommen. Aktive Friedenserziehung umfasse auch die Auseinandersetzung mit der Bundeswehr. Dagegen kritisiert der Friedenspreis, Auftritte der Bundeswehr im Unterricht seien oft getarnte Werbeveranstaltungen. dpa

(11.6.2013)

3 Kommentare

  1. Es ist ja ein gutes demokratisches Recht, die Bundeswehr abzulehnen, aber ein Friedenspreis, der sich gegen eine demokratisch legitimierte Armee richtet, disqualifiziert sich selbst!

  2. Hut ab vor der Schulleiterin!
    Preisverleihungen für Schulen sollen zur Nachahmung ermuntern. Das wäre auch in Ordnung, ginge es nicht zunehmend um die Beeinflussung des Nachwuchses durch umstrittene Doktrin. Die Vermutung liegt nahe, dass entsprechende Interessenvertreter in der Schule das ideale Instrument sehen für die Heranbildung späterer Gefolgsleute.
    Nicht die Kulturtechniken als gute Voraussetzung für ein eigenes, unabhängiges Leben sind anscheinend mehr vorrangig wichtig, sondern die frühzeitige Einschwörung auf politische Ziele, bei denen offenbar die Bundeswehr in ihrer jetzigen Form ausgedient haben soll.

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