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Südwest CDU nimmt „organisatorischen Abschied“ von der Dreischularten-Strategie

STUTTGART. Die komplette Umkehr der grün-roten Schulreformen käme nach Ansicht des Fraktionsvorsitzenden der CDU im Baden-Württembergischen Landtag Peter Hauk teuer. Stattdessen plädiert er für Differenzierung unter einem Dach. „Absurd“ kritisieren die Grünen.

Die CDU will im Fall einer erneuten Regierungsübernahme nach der Landtagswahl den Umbau der Schullandschaft in Baden-Württemberg nicht komplett wieder rückgängig machen. «Die bestehenden Gemeinschaftsschulen wird man organisatorisch nicht alle wieder auflösen können», sagte CDU-Fraktionschef Peter Hauk. Der finanzielle Aufwand wäre zu groß.

Säulen

Streit um Baden-Württembergische Schulreformen. Auf wie vielen Säulen soll das Schulsystem ruhen? Foto: Hans-Jürgen Spengemann / pixelio.de

Allerdings müssten die Schulen nach dem Willen der CDU «wieder mit einem Realschulzug und einem Hauptschulzug geführt werden». Alle Kinder könnten in eine Schule gehen, aber in verschiedene Klassen. In der von Grün-Rot eingeführten Gemeinschaftsschule werden bisher Schüler mit der Grundschulempfehlung für das Gymnasium, für die Realschule und für die Haupt- und Werkrealschule in einem Klassenverband unterrichtet.

Angesichts des Schülerrückgangs führe an einer Konzentration der Schulen kein Weg vorbei, sagte Hauk. «Wir müssen Abschied nehmen organisatorisch von der Dreischularten-Strategie.» Künftig könne es theoretisch sogar ein «Ein-Säulen-Modell» geben. «Nur die Differenzierung muss sichergestellt sein – das gelingt unter einem Dach oder unter fünf Dächern», erläuterte der Fraktionsvorsitzende.

Grünen-Landeschefin Thekla Walker hält seinen Vorschlag indes für «absurd». «Er hält am veralteten dreigliedrigen Schulsystem fest, das aussortiert statt integriert und viel zu viele Bildungsverlierer produziert», teilte Walker mit. «Bloß dass das nach seiner Vorstellung alles unter einem einzigen Dach stattfinden soll.»

Die CDU wolle zudem bei einem Regierungswechsel an Werkrealschulen und Hauptschulen ein Realschulprofil mit mittlerer Reife anfügen, sagte Hauk. «Sofern es diese Schulen 2016 überhaupt noch gibt, wenn die Grün-Roten sie bis dahin nicht plattgemacht haben.»

Gemeinsamen Unterricht könne es in den Gemeinschaftsschulen in der 5. und 6. Klasse geben. Darüber hinaus müsse man prüfen, ob es Fächer gebe, in denen die Kinder auch später noch gemeinsam unterrichtet werden können. Bei Mathe, Deutsch und Fremdsprachen müsse es aber eine Trennung geben. (dpa)

(02.06.2013)

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Ein Kommentar

  1. Warum nennt Grünen-Landeschefin Thekla Walker das dreigliedrige Schulsystem veraltet? Angesichts der Probleme mit der Gemeinschaftsschule scheint es mir zukunftsträchtiger denn je.

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