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Unicef-Report: 132 Millionen Kinder weltweit gehen nicht zur Schule

BERLIN. Kinder in den ärmeren Ländern der Welt sind nach wie vor oft vom Fortschritt ausgeschlossen. Mädchen und Kinder in ländlichen Regionen trifft es dabei besonders hart, berichtet Unicef Deutschland.

Unicef hilft Kindern weltweit - auch diesen beiden in Tunesien. Foto: Foto: © UNICEF/SWIT2012-0002/Pirozzi

Unicef hilft Kindern weltweit – auch diesen beiden in Tunesien. Foto: Foto: © UNICEF/SWIT2012-0002/Pirozzi

Das Recht auf Bildung steht für viele Kinder weiter nur auf dem Papier: Mehr als 132 Millionen Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern gehen nicht zur Schule. Außerdem sind fast 40 Prozent der rund 200 Millionen Arbeitslosen weltweit junge Menschen unter 25 Jahren. Das sind Ergebnisse des aktuellen Unicef-Reports «Das Recht auf Zukunft», den die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks zu ihrem 60. Geburtstag am 30. Juni in Berlin vorstellte.

«75 Prozent aller armen Kinder und Jugendliche leben heute in Ländern, die bereits ein mittleres Pro-Kopf-Einkommen haben», beklagte Unicef Deutschland-Chef Jürgen Heraeus. Aber die Kluft innerhalb dieser Staaten werde immer größer. «Das größte Problem ist die Ungleichheit», betonte auch Dan Toole, Unicef Regionaldirektor für Asien. Geld und Ressourcen seien dort vielfach schon vorhanden. «Aber wir müssen sicherstellen, dass diese Angebote auch jedes Kind erreichen.»

Zwar besuchen inzwischen mehr Kinder als je zuvor eine Grundschule. Doch die Unterrichtsqualität ist häufig immer noch schlecht. Insgesamt seien Mädchen und Kinder auf dem Land besonders stark benachteiligt, heißt es in dem Report. Wer aus einer armen Familie stammt, bleibt viermal so oft von der Schule zu Hause wie Kinder aus reicheren Familien.

Trotz des Wirtschaftswachstums in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern bleibt Armut dort die größte Bedrohung für Kinder. Durch Unterernährung in den ersten Lebensjahren seien die Lernmöglichkeiten häufig zusätzlich beschränkt. Besonders schlechte Lebensbedingungen haben Kinder in instabilen Staaten wie Afghanistan, Somalia oder Süd-Sudan. Hinzu kommen Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels: Waren in 1990er Jahren noch 66,5 Millionen Kinder pro Jahr betroffen, so wird sich deren Zahl in diesem Jahrzehnt auf 175 Millionen erhöhen, so die Unicef-Experten.

Dennoch sagt Unicef Deutschland auch Danke: «Seit 1953 haben unzählige Menschen in Deutschland die Arbeit von Unicef unterstützt. Dieser Einsatz hat sich gelohnt!», betonte Unicef-Botschafterin Eva Padberg. In den vergangenen 60 Jahren unterstützten die Bundesbürger weltweite Unicef-Projekte mit insgesamt 1,7 Milliarden Euro. 2012 wurden hierzulande knapp 84 Millionen Euro gespendet, 9,4 Millionen weniger als im Jahr zuvor. «Das Thema Syrien hat die Menschen in Deutschland erst mit Verspätung erreicht», erläuterte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. dpa

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