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Von wegen zweitrangig: Unis in Lüneburg, München und Hamburg für Lehrerbildung ausgezeichnet

ESSEN. Sie haben besonders gelungene Konzepte für die Lehrerbildung: Die Leuphana Universität Lüneburg, die Technische Universität München und die Universität Hamburg sind die Sieger der Lehrer-Initiative von Heinz Nixdorf Stiftung und Stifterverband. Sie erhalten jeweils 500.000 Euro um die Lehrerbildung weiter zu verbessern und ihr Potenzial für die Hochschulentwicklung zu erschließen.

Bis heute fristet die Lehrerbildung an vielen Universitäten ein randständiges Dasein. Lehramtsstudierende gelten häufig als Studierende zweiter Klasse und fühlen sich an den Hochschulen allein gelassen. Den Lehrenden verschafft ein Engagement in der Lehrerausbildung kaum Anerkennung innerhalb der Wissenschaftsgemeinde. Im Rahmen des Wettbewerbs waren die Hochschulen daher aufgerufen, die Lehrerbildung in die Mitte der Universitäten zu holen und sie als wesentliches Element des jeweiligen Hochschulprofils auszugestalten. Diesem Anspruch sind alle drei Siegerhochschulen laut Jury in vorbildlicher Weise gerecht geworden.

Professoren: Junge Studenten haben Probleme mit Rechtschreibung; Foto: this.is.seba / Flickr (CC BY-SA 2.0)

In vielen Hörsäalen wird die Lehrerbildung vernachlässigt. Foto: this.is.seba / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Zu den Siegern im Einzelnen: Bei der Universität Hamburg überzeugte die Jury insbesondere die sehr konkrete und elaborierte Planung von sechs Pilotprojekten, in denen Fachwissenschaft und Fachdidaktik in gemeinsamen Lehrveranstaltungen enger zusammengeführt werden sollen. Das Konzept der Leuphana Universität Lüneburg besticht laut Jury insbesondere durch eine konsequente Einbettung in Leitbild und Mission der Hochschule sowie die innovative Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit den Campusschulen. Eine besondere Stärke der Technischen Universität München sieht die Jury im systematischen Bemühen um eine größtmögliche Kohärenz der gesamten Lehrerbildung, manifestiert etwa in der TUM School of Education, die der Lehrerbildung eine herausgehobene Sichtbarkeit und Stellung innerhalb der Hochschule verschafft hat.

“Bei allen Siegerhochschulen gehört die Lehrerbildung zum Kerngeschäft und hat damit die zentrale Bedeutung, die ihr angesichts der hohen Studierendenzahlen und der gesellschaftlichen Bedeutung des Lehrerberufs auch zukommt”, sagt Andreas Schlüter, der Generalsekretär des Stifterverbandes. Horst Nasko, stellvertretender Vorsitzender der Heinz Nixdorf Stiftung, ergänzt: “Alle Hochschulen sollten nun den Blick auf den Mehrwert richten, den die Lehrerbildung insgesamt generiert. Sie hat in vielerlei Hinsicht das Potenzial, zum Motor der Hochschulentwicklung zu werden.”

Die Lehrer-Initiative von Heinz Nixdorf Stiftung und Stifterverband ist ein Teil der Bildungsinitiative des Stifterverbandes, die der Debatte um eine bessere Bildung in Deutschland mehr Richtung und Substanz geben soll. Dazu hat der Stifterverband erstmals zentrale Handlungsfelder identifiziert und quantitative Bildungsziele für den Hochschulbereich im Jahr 2020 formuliert. Er überprüft in einem jährlichen Monitoring, ob sich der Hochschulbildungssektor diesen Zielen annähert, und gibt Handlungsempfehlungen dazu ab. Er legt darüber hinaus eigene Förderprogramme auf, die zum Erreichen der Ziele beitragen sollen.nin

(4.6.2013)

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