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Wende: Schule muss auch auf Stressphasen vorbereiten

KIEL. Niedersachsen hat gerade das Turbo-Abitur an Gesamtschulen abgeschafft und plant eine Überprüfung an den Gymnasien. Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Wende ist da schon einen Schritt weiter: In drei Jahren soll das verkürzte Abitur so ausgestaltet sein, das man es als pädagogisch und didaktisch durchacht bezeichnen könne. Das heiße aber nicht zwangsläufig, dass es weniger Klassenarbeiten eben soll.

Die Anpassung des Lehrplans auf ein Abitur nach acht Jahren sollte nach Wunsch von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) an den G8-Gymnasien in drei Jahren abgeschlossen sein. Ihr Wunsch sei, dass G8 dann an allen betroffenen Schulen so ausgestaltet sei, dass man es als pädagogisch und didaktisch durchdacht bezeichnen könne, sagte Wende.

Muss sich mit Zahlen herumschlagen: Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Wende: Schule muss auch auf Stressphasen vorbereiten. Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein

G8, das Abi nach acht Jahren Gymnasium, gibt es seit fünf Jahren in Schleswig-Holstein. Insgesamt zog Wende eine positive Bilanz dieser Zeit. Allerdings gebe es immer Verbesserungsbedarf – etwa bei der Umstellung des Unterrichtsstoffes. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass es keinen Status Quo gibt», erklärte Wende.

Am Montag hatte sie mit Schülern, Schulleitern, Eltern und Lehrern über G8 diskutiert. Schüler wünschten sich dabei, die Anzahl der Klassenarbeiten flexibler zu gestalten. «Ich glaube, dass man hier verschiedene Modelle ausprobieren muss», sagte Wende. Das bedeute nicht zwangsläufig, weniger Tests zu schreiben. Schüler müssten auch lernen, mit Druck umzugehen. «Man kann in der Tat darüber diskutieren, ob es nicht mal sinnvoll ist, Schüler in einer Woche unter den Druck zu setzen, einen Test nach dem anderen zu schreiben», sagte Wende. Auch auf solche Stressphasen müsse Schule vorbereiten.

Strittig sei der Zeitpunkt für die zweite Fremdsprache gewesen, so Wende. «Es gab eine starke Position dafür, mit der zweiten Fremdsprache nicht bereits in der Klasse sechs im Gymnasium zu beginnen, sondern erst in der Klasse sieben», sagte Wende. Das Ministerium gebe dabei aber zu bedenken, dass Schleswig-Holstein bundesweit dann einen Sonderweg einschlagen würde. (dpa)

(18.06.2013)

zum Bericht: Niedersachsen: G8 an Gesamtschulen ist Geschichte

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