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Ungleiche Chancen schon in der Kita – Studie: Personal fehlt

GÜTERSLOH. Unter dem Personalmangel in deutschen Kitas und Krippen leiden vor allem die Kinder. Die Bertelsmann-Stiftung hat das Erzieher-Kind-Verhältnis für jedes Bundesland erfasst – Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, am besten schnitt Bremen ab.

Ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder, die älter als ein Jahr sind. Foto: Belzie / Flickr (CC BY-ND 2.0)

Ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder, die älter als ein Jahr sind. Foto: Belzie / Flickr (CC BY-ND 2.0)

Wegen Personalmangels sind die Bildungschancen von Krippenkindern in Sachsen-Anhalt möglicherweise schlechter als anderswo in Deutschland. Die Bertelsmann-Stiftung mahnte, mehr Erzieher einzustellen, um eine gute Qualität in der frühkindlichen Bildung zu gewährleisten. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern führten zu ungleichen Chancen bei der weiteren Ausbildung.

In einem «Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme» hat die Stiftung für jedes Bundesland erfasst, wie viele Kinder ein Erzieher durchschnittlich betreut. Schlusslicht im Ländervergleich ist Sachsen-Anhalt. Hier kommen auf eine Vollzeitkraft 6,5 Kinder. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt ein Verhältnis von 1 zu 3 für Kinder unter drei Jahren. Als einziges Bundesland erreicht annähernd Bremen diesen Wert mit 1 zu 3,1. Nordrhein-Westfalen liegt mit 1 zu 3,4 unter dem Bundesdurchschnitt von 1 zu 4,5. Basis sind Zahlen vom 1. März 2012.

«Für die Qualität von frühkindlicher Bildung ist es von entscheidender Bedeutung, wie viele Kinder eine Erzieherin zu betreuen hat», heißt es in dem Papier weiter. Die Bertelsmann-Stiftung hat diesen Zusammenhang nicht selbst untersucht, bezieht sich jedoch auf nationale und internationale Studien.

Die laut Bertelsmann-Stiftung wichtigste deutsche Untersuchung ist dabei die Analyse «Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung» der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin von 2009. Die Autorinnen kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich Kinder bei einem günstigen Erzieher-Kind-Verhältnis wohler fühlen, besser mitmachen und konzentrierter spielen. Der Personalschlüssel sei aber nicht der einzige Weg zu guter pädagogischer Arbeit. Auch andere Faktoren wie die Gruppengröße und die Qualifikation der Erzieher spielten eine Rolle.

Die Gewerkschaft Verdi sieht in den Ergebnissen der Bertelsmann-Stiftung politischen Zündstoff. Die Untersuchung zeige, dass frühkindliche Förderung davon abhängig sei, in welchem Bundesland ein Kind geboren werde, teilte Verdi mit. «Ein Kind braucht überall gleich gute Startchancen ins Leben, egal ob in Bayern oder in Mecklenburg-Vorpommern», kritisierte Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp. Die Gewerkschaft forderte weitere Anstrengungen, um die Qualität in den Kitas zu garantieren.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände mahnte, dass mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz die Qualität in den Kitas zum Teil auf der Strecke bleiben werde. Ab August können Eltern einen Platz für ihre Kinder einklagen. dpa

 

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